Plan der EU-Kommission Alle 60 Kilometer eine Ladestation

Die EU will ihre Mitgliedstaaten zu einem Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos verpflichten. Zunächst soll an europäischen Schnellstraßen alle 60 Kilometer eine Ladestation stehen, später auch an Autobahnen und wichtigen Bundesstraßen.
Ladestationen für Elektroautos: Nach dem Willen der EU-Kommission sollen die Mitgliedstaaten bis 2030 ein enges Netz an Ladestationen entlang von europäischen Schnellstraßen, Autobauen und wichtigen Bundesstraßen fertiggestellt haben

Ladestationen für Elektroautos: Nach dem Willen der EU-Kommission sollen die Mitgliedstaaten bis 2030 ein enges Netz an Ladestationen entlang von europäischen Schnellstraßen, Autobauen und wichtigen Bundesstraßen fertiggestellt haben

Foto: Manuel Geisser/ imago images

Zu welchem Datum die Europäische Union den CO2-Ausstoß von Neuwagen auf null festlegen und damit das Ende der Verbrennungsmotoren besiegeln wird, ist noch unklar. Vermutlich dürfte es zwischen 2035 und 2040 liegen. Die Entscheidung darüber soll kurz vor Veröffentlichung des "Fit for 55"-Klimapakets am 14. Juli fallen, berichtet die "FAZ" . In dem Paket will die EU-Kommission Vorschläge dafür vorlegen, wie die EU den CO2-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent verglichen mit 1990 senken kann.

Doch ohne eine verlässliche Ladeinfrastruktur für Elektroautos - soviel scheint auch klar - wird Brüssel den Verbrennungsmotoren nicht den sprichwörtlichen Hahn abdrehen können. Deshalb will die EU-Kommission die Mitgliedstaaten dazu verpflichten, bis Ende 2025 entlang der wichtigsten europäischen Schnellstraßen alle 60 Kilometer eine leistungsstarke Ladestation zu installieren, wie die Zeitung unter Berufung auf Kommissionskreise am Donnerstagabend vorab berichtet.

Fünf Jahre später soll das auch für das erweiterte Schnellstraßennetz der EU gelten, also die deutschen Autobahnen und ebenso für wichtige Bundesstraßen. Zudem sollen die Länder sicherstellen, dass es für den Schwertransport alle 150 Kilometer eine Wasserstofftankstelle gebe. Der Vorschlag sei Teil des besagten Klimapakets "Fit for 55".

In der Kommission werde dem Bericht zufolge betont, dass damit keine Vorentscheidung für die Elektromobilität gefällt werden solle. Die Senkung des Neuausstoßes von Neuwagen auf null sei technologieneutral. Mit den ehrgeizigen Vorgaben für die Ladestationen für Elektroautos und dem klaren Zuschnitt der Ziele für Wasserstofftankstellen auf den Schwerverkehr sei aber faktisch eine klare Richtung vorgegeben. Intern heißt es, die Behörde sehe derzeit keine wirtschaftliche Alternative zur Elektromobilität für Autos.

In Deutschland entscheiden sich die Menschen auch dank hoher Subventionen immer öfter für den Kauf eines Elektroautos. Der Ausbau des Ladenetzes hält aber nicht annähernd Schritt mit dem Run auf die Stromer. "Wir brauchen 2000 neue Ladepunkte pro Woche", rechnete kürzlich Hildegard Müller (54), Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, vor. Die Zahl öffentlich zugänglicher Ladepunkte wächst allenfalls um 1000 pro Monat.

Die Bundesregierung hatte am Donnerstag erklärt, dass sie die erhöhte staatliche Kaufprämie für ein Elektroauto bis zum Ende des Jahres 2025 verlängern wolle. Steuerzahler und die Autoindustrie zusammen werden damit den Kauf eines Elektroautos auch künftig mit bis zu 9000 Euro subventionieren. Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2022 sind weitere 2,1 Milliarden Euro an Hilfen für den Kauf von E-Autos vorgesehen.

In dem "FAZ"-Bericht heißt es weiter, die Mitgliedstaaten sollen auch sicherstellen, dass die Bedienung der Ladestationen nutzerfreundlich ist, die Preise transparent sind und eine reibungslose Bezahlung möglich sein müsse. Die Verordnung mache darüber hinaus auch Vorgaben für den Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe für Schiffe und Flughäfen.

rei mit dpa-afx
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