EU-Kommissarin warnt Manipulierte Diesel umrüsten oder ab 2018 stilllegen

Verliert beim Dieselskandal allmählich die Geduld mit Autobauern und Regierungen: EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska

Verliert beim Dieselskandal allmählich die Geduld mit Autobauern und Regierungen: EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska

Foto: EMMANUEL DUNAND/ AFP

Die EU-Kommission verliert im Abgasskandal die Geduld mit Mitgliedsstaaten und Autoherstellern. In einem Schreiben an alle Verkehrsminister der Mitgliedstaaten fordere EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska, manipulierte Fahrzeuge radikal aus dem Verkehr zu ziehen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag.

Sollten demnach etwa solche Autos von VW bis Ende dieses Jahres nicht umgerüstet sein, müssten sie ab 2018 stillgelegt werden. Zugleich wirft die EU-Kommission nationalen Prüfbehörden Versagen vor. So äußere sie sich bestürzt darüber, dass auch die neuen Verdachtsfälle bei Audi und Porsche nicht von den Aufsichtsbehörden entdeckt worden seien, heißt es in dem Bericht weiter.

Bei der Bekämpfung der Krise fordere die Brüsseler Behörde eine härtere Gangart. Der Zeitung zufolge warnt Bienkowska allerdings zugleich eindringlich vor dramatischen Folgen eines generellen Diesel-Fahrverbots.

Politiker und Industrie könnten kein Interesse an einem "rasant kollabierenden Diesel-Markt infolge lokaler Fahrverbote" haben, wurde sie zitiert: "Das würde der Industrie nur die Mittel entziehen, in emissionsfreie Autos zu investieren."

Als äußerste Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung schließe Bienkowska allerdings Fahrverbote nicht aus. Die Kriterien für solche Maßnahmen müssten ihrer Ansicht nach aber europaweit vereinheitlicht werden.

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