Dienstag, 25. Februar 2020

Wer wichtig werden wird Auf diese Investoren sollten Sie 2020 achten

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Für uns beim manager magazin die Gelegenheit, nach vorne zu schauen. Zu sehen, wer 2020 wichtig wird. Hier die Investoren, von denen wir 2020 noch einiges hören werden.

Daniel Kretinsky: Metro-Investor mit Ambitionen
imago images / IP3press
Daniel Kretinsky: Metro-Investor mit Ambitionen

Daniel Kretinsky - In Lauerhaltung

Der tschechische Investor Daniel Kretinsky ist mit seinem Unternehmen EPGC 2018 zum größten Einzelaktionär beim Handelsriesen Metro aufgestiegen. Im kommenden Jahr wird er sogar noch wichtiger. Denn der 44-Jährige, reich geworden durch undurchsichtige Energiegeschäfte, hatte angekündigt, "eine angemessene Vertretung im Aufsichtsrat der Metro AG" anzustreben. Ein Kandidat dafür hat sich dem Kontrollgremium bereits präsentiert: Marco Arcelli, ein enger Vertrauter Kretinskys' und in seiner Holding Verantwortlich für Übernahmen, wird sich auf der nächsten Hauptversammlung zur Wahl stellen.

Mittlerweile hält EPGC 29,99 Prozent der Anteile, Kretinsky könnte also mindestens zwei, fast drei Vertreter in das höchste Gremium entsenden, das wäre nach allen Regeln "angemessen". Für Metro-Chef Olaf Koch muss Kretinskys' Forderung klingen wie eine Drohung. Bereits in der Vergangenheit hatte der Tscheche öffentlich gesagt, dass es bei Metro einiges zu tun gibt. Auf die Frage, ob er Koch für den richtigen Chef halte, wich er aus. "Es gebe viele gute Mitarbeiter bei der Metro mit großer Erfahrung und Kompetenzen", sagte er in einem Gespräch im Sommer. Taub ist, wer da nicht die Motorsäge an Kochs Stuhl sägen hört…

Nach wie vor hält Kretinsky die Option auf weitere Anteile an der Metro. Aktuell sind diese noch im Besitz der Ruhrpott-Dynastie Haniel. Doch nach Kretinskys kläglich gescheitertem Versuch, die Metro komplett zu übernehmen, ist es eher unwahrscheinlich, dass er diese zeitnah zieht und somit ein Pflichtangebot auslöst. Sind seine Leute erst einmal im Aufsichtsrat installiert, können diese in aller Ruhe nach Verbündeten suchen und die bisher skeptischen Großaktionäre auf ihre Seite ziehen. Nur so ließe sich umsetzen, woran Kretinsky im August noch gescheitert ist: Die Metro in seinen Besitz zu bringen und von der Börse zu nehmen. (mh)

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung