Mittwoch, 27. Mai 2020

EU in der Corona-Krise SPD-Chef fordert Corona-Bonds - das sind die Vor- und Nachteile der Anleihen

Euro-Skulptur am Flughafen Frankfurt (Archiv): Italien, Spanien und Frankreich fordern Corona-Bonds, Deutschland ist dagegen

Europa steuert wegen der Corona-Krise auf eine schwere Rezession zu. Milliardenschwere Hilfsmaßnahmen werden die Staatsverschuldung der Mitgliedsländer nach oben treiben. Das trifft vor allem hoch verschuldete Länder wie Italien hart. Die europäischen Staats- und Regierungschefs prüfen daher derzeit, ob gemeinschaftliche Anleihen - sogenannte Corona-Bonds helfen könnten. Unter anderen Italien, Spanien und Frankreich fordern sie vehement, während sich zum Beispiel Deutschland, die Niederlande und Österreich bislang sperren.

In Deutschland hat sich nun aber der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans für die Bonds ausgesprochen. "Das gebietet nicht nur die europäische Solidarität, das gebietet auch der Eigennutz", sagte er am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. Europa könne sich wirtschaftlich nur so von der Corona-Krise erholen.


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Walter-Borjans forderte schnelle wirtschaftliche Hilfen innerhalb der Europäischen Union. "Es geht um die Rettung Europas. Wir müssen etwas schnell auf die Beine stellen." Europa habe zurzeit ein Problem mit der gegenseitigen Solidarität. "Wenn wir uns nicht auf die zurückbesinnen, dann wird dieses Europa atomisiert", warnte der SPD-Politiker. Passiere nichts, würde Europa wirtschaftlich nach der Krise zurückfallen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz von der SPD hatte sich noch am Dienstag gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder gegen Corona-Bonds ausgesprochen. Hilfen an die in der Krise besonders betroffenen Länder seien richtig, sollten aber aus dem Eurorettungsschirm ESM oder über die Europäische Investitionsbank EIB kommen, betonten sie.

Im folgenden ein Überblick über die wichtigsten Frage und Antworten zu Corona-Bonds.

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