Brüssel und Straßburg zeigen Solidarität EU-Parlament wird Obdachlosen-Unterkunft, Volksküche und Corona-Testzentrum

EU-Parlament Brüssel: Im Saal des Parlaments selbst werden keine Schlafstellen eingerichtet, sondern in einem Teil der zahlreichen Räume des riesigen Gebäudes.

EU-Parlament Brüssel: Im Saal des Parlaments selbst werden keine Schlafstellen eingerichtet, sondern in einem Teil der zahlreichen Räume des riesigen Gebäudes.

Foto: EMMANUEL DUNAND/ AFP

In Coronavirus-Krise ist wegen des Shutdown und der Kontakteverbote schon so manche Sportstätte in Teilen zur Krankenstation umfunktioniert worden, um Krankenhäuser zu entlasten - so etwa Deutschlands größtes Fußballstadion in Dortmund. Doch jetzt werden auch Parlamentsgebäude zweckentfremdet:

So soll ein Teil des EU-Parlaments in Brüssel wegen der Corona-Krise zu einer Unterkunft für Obdachlose umfunktioniert werden. "Darüber hinaus werden unsere Küchen mehr als 1000 Mahlzeiten pro Tag herstellen, die an Bedürftige verteilt werden sowie an Mitarbeiter des Gesundheitswesens", teilte Parlamentspräsident David Sassoli am Mittwoch in einer Videobotschaft mit.

Nach Angaben einer Parlamentssprecherin könnten in dem für die Maßnahme ausgewählten Gebäudekomplex bei Bedarf bis zu hundert Menschen übernachten. Die Volksvertretung stehe dahingehend mit den Brüsseler Behörden in Kontakt.

Parlament stellt auch medizinische Abteilung und Fuhrpark zur Verfügung

Vergangene Woche hatte Sassoli angekündigt, die medizinische Abteilung des Parlaments in Brüssel sowie hundert Fahrzeuge der Parlaments-Flotte zur Verfügung zu stellen. Er sei zudem "bereit, das Gleiche für unsere Standorte in Luxemburg und Straßburg zu tun, sollte dies nötig sein".´

In den Räumlichkeiten des Parlaments in Straßburg wird zudem ein Testzentrum für das neuartige Coronavirus und eine Beratungsstelle für Patienten eingerichtet.

Im Normalfall finden die meisten Tagungen des EU-Parlaments in Brüssel statt. Für die Plenarsitzungen reisen die Abgeordneten aber zwölf Mal im Jahr ins elsässische Straßburg. In Luxemburg ist ein Großteil der Verwaltung der Volksvertretung angesiedelt.

Wegen der Corona-Pandemie hat das Parlament seinen Betrieb deutlich reduziert und weitgehend auf Videokonferenzen und Heimarbeit umgestellt. Die Plenarsitzungen in Straßburg wurden für die nächsten Monate abgesagt. Stattdessen sollen sie in begrenztem Umfang in Brüssel abgehalten werden.

rei mit afp