Brexit ohne Abkommen rückt näher May will "besser keinen Deal als einen schlechten Deal"

Theresa May: Die britischen Wunschträume zerplatzen. Ein harter Brexit rückt näher

Theresa May: Die britischen Wunschträume zerplatzen. Ein harter Brexit rückt näher

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Ein ungeordneter Brexit rückt nach dem zweitägigen EU-Gipfel in Salzburg näher. Die britische Premierministerin Theresa May sieht die Brexit-Verhandlungen "in einer Sackgasse". Die Absage der EU an den Plan der britischen Regierung zur Ausgestaltung der künftigen Handelsbeziehungen sei "inakzeptabel", sagte May am Freitag in einer Fernsehansprache in London. Sie wolle "lieber kein Abkommen als ein schlechtes Abkommen". Darauf müsse sich Großbritannien nun vorbereiten.

Am Donnerstag hatten die EU-Staats- und Regierungschefs in Salzburg die britischen Vorschläge und Wunschträume zum Brexit wie erwartet abgelehnt.

May erlebte ein Debakel in Salzburg. London und Brüssel beharren auf ihren jeweiligen Positionen - beim Treffen in Salzburg gab es keine Anzeichen, dass die Scheidung im Guten erfolgen könnte. London will sich Ende März 2019 von der Staatengemeinschaft trennen. Immerhin kündigte May an, einen neuen Vorschlag für die Lösung der Irlandfrage vorzulegen. Befürchtet wird, dass Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland den Konflikt in der Ex-Bürgerkriegsregion wieder anfachen könnten.

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Die EU pocht weiter auf einen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen bereits Mitte Oktober. Ursprünglich hatte Tusk eine Verlängerung der Frist bis zu einem Sondergipfel Mitte November vorgeschlagen. Stattdessen entschied der Gipfel, den Zeitdruck aufrecht zu erhalten.

"Nein, Nein, Nein" schrieb die Zeitung "Metro" auf Deutsch und in riesigen Buchstaben auf ihrer ersten Seite. Das Blatt "i" sprach vom "Salzburg-Desaster". Der linksliberale "Guardian" nannte die Vorgänge auf dem zweitägigen Treffen in Österreich eine Demütigung für May, ebenso wie die "Times". Vor allem Paris, Brüssel und Berlin seien noch nicht bereit, Mays Pläne als Grundlage für Verhandlungen zu verwenden, kommentierte die konservative Zeitung.

la/dpa/reuters
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