Montag, 21. Oktober 2019

Paris, Dublin, Amsterdam, Luxemburg abgehängt Frankfurt größter Brexit-Gewinner, aber . . .

Bankenviertel Frankfurt: Mit dem Brexit haben bis jetzt 31 ausländische Banken einen Standort in Frankfurt aufgemacht - mehr als in jeder anderen Banken-Stadt Europas. Durch den Stellenabbau wächst die Zahl der in Frankfurt beschäftigen Banker aber kaum noch, heißt es in einer Studie.

Der Finanzplatz Frankfurt ist laut einer Studie der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) der größte Gewinner des geplanten Ausstiegs Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). Mittlerweile hätten 31 ausländische Banken aus 14 verschiedenen Ländern Frankfurt als Brexit-Standort auserkoren, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Studie.

Mit großem Abstand hinter Frankfurt folgen demnach Paris (elf), Dublin (neun), Luxemburg (acht) sowie Amsterdam (fünf). Allerdings entstehen dadurch weniger Arbeitsplätze in Frankfurt als einst erwartet.

Finanzfirmen, die bislang in London operieren, müssen wegen des Brexit auch ein Standbein in Kontinentaleuropa aufbauen, damit sie künftig noch ihre Dienstleistungen anbieten können. Die Helaba-Volkswirte rechnen bis Ende 2021 mit etwa 3500 Stellen, die durch den Brexit in der Mainmetropole geschaffen werden.

Ein Teil dieser Personalaufstockung habe wegen des ursprünglichen Brexit-Termins im Frühjahr 2019 schon stattgefunden. Die neuen Jobs seien in erster Linie dem Stellenaufbau von Londoner Auslandsbanken in Frankfurt zu verdanken. Dagegen würden weniger Beschäftigte deutscher Banken an den Main zurückkommen als noch vor einem Jahr geschätzt.

Unter dem Strich soll die Zahl der Banker in Frankfurt kaum steigen

Nicht zuletzt streicht die Deutsche Bank, die in London einen großen Standort unterhält, weltweit 18.000 Stellen. Auch die Commerzbank und die Helaba selbst stehen vor einem Jobabbau.

Trotz der Brexit-Banker dürfte daher die Zahl der Bankbeschäftigten in Frankfurt der Studie zufolge bis Ende 2021 nur um insgesamt etwa 1 Prozent gegenüber dem Stand Ende 2018 beziehungsweise um rund 600 auf 64.500 Banker zulegen.

"Damit dürfte der Zenit der Bankbeschäftigung in Frankfurt erreicht sein", erklärte die Landesbank.

rei/Reuters

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