Cameron appelliert an Briten Bremain oder Brexit? 46 Millionen Briten stimmen ab

In zwei Tagen stimmen die Briten ab, ob sie in der EU bleiben oder die EU verlassen. Jüngste Umfragen lassen aktuell keine klare Tendenz erkennen. Um so mehr melden sich jetzt prominente Brexit-Gegner zu Wort. Das Wichtigste vor dieser Entscheidung im Überblick.
David Cameron: "Diese Entscheidung wird die Zukunft ihrer Kinder und Enkelkinder betreffen"

David Cameron: "Diese Entscheidung wird die Zukunft ihrer Kinder und Enkelkinder betreffen"

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Pro-Brexit-CEOs: Diese Chefs wollen nichts wie raus aus der EU

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21.20 Uhr: An den Börsen herrscht Zuversicht, dass die Briten in der EU verbleiben werden. Die US-Börsen notierten kurz vor Handelsschluss in den USA im Plus, der Dow Jones notierte 0,3 Prozent in der Gewinnzone. Der Dax  hatte zuvor über der Marke von 10.000 Zählern geschlossen. "Die Märkte sind zuversichtlich und preisen einen Verbleib der Briten ein", sagte ein Börsianer. Umso größer sei das Rückschlagpotenzial, sollte sich eine Mehrheit der Briten am Donnerstag doch für einen Brexit entscheiden.

19.30 Uhr: Für das Referendum haben sich insgesamt 46,5 Millionen Wähler registriert. Das teilt die Wahlkommission mit.

18.40 Uhr: US-Großbanken wie die Bank of America und Morgan Stanley haben ihre Kunden vor möglichen extremen Preisbewegungen im Falle eines Austritts Großbritanniens aus der EU gewarnt. Bei hoher Volatilität könne es zu Verzögerungen bei Handelsgeschäften und zeitweisen Handelsunterbrechungen kommen, heißt es in einer von Reuters eingesehenden Notiz der Bank of America. Morgan Stanley kündigt an, die Mitarbeiter der Handelssparte am Freitag früher zur Arbeit zu bitten.

17.55 Uhr: US-Notenbankchefin Janet Yellen wendet sich gegen übertriebene Befürchtungen vor einem Brexit. Eine Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der EU würde die USA wahrscheinlich nicht in die Rezession stürzen, sagt sie vor einem Kongressausschuss.

17.50 Uhr: Der Europaausschuss des Bundestages plant am Freitag eine Sondersitzung zu der britischen Referendumsentscheidung. Sollten die Briten für einen Ausstieg aus der EU stimmen, sei eine Sonderfraktionssitzung kommende Woche angedacht, hieß es in Koalitionskreisen.

17.45 Uhr: Der größte britischer Autobauer Jaguar Land Rover befürchtet Insidern zufolge im Falle eines Brexits bis 2020einen Gewinnrückgang von bis zu einer Milliarde Pfund jährlich. Das sei das "Worst-Case"-Szenario, sagen die mit internen Dokumenten vertrauten Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

17.30 Uhr: Das Rennen ums Geld scheinen die Brexiteers zu gewinnen. Die verschiedenen "Out"-Kampagnen für den Austritt Großbritanniens aus der EU haben auch dank reicher Einzelspender bislang mehr als 28,2 Millionen Pfund gesammelt, die "In"-Gruppen trotz der überwältigenden Unterstützung der Wirtschaftsverbände nur 12 Millionen Pfund.

17 Uhr: Die Deutsche Bank sieht sich gerüstet für mögliche Turbulenzen im Zuge des britischen EU-Referendums in dieser Woche. "Die Tage rund um das Referendum werden für die Kapitalmärkte ein Härtetest. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass wir uns bei der Deutschen Bank gut darauf vorbereitet haben", sagt Vorstandschef John Cryan in Berlin auf dem Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrates. "Und ich habe großes Vertrauen, dass auch die Notenbanken die Stabilität der Märkte genau im Blick haben."

15.30 Uhr: Der britische Premierminister David Cameron hat seine Landsleute zu einem Votum gegen einen Brexit aufgerufen. Die Älteren sollten an die nachfolgenden Generationen denken. "Diese Entscheidung wird ihre Zukunft betreffen, die ihrer Kinder und ihrer Enkelkinder", so Cameron vor seinem Amtssitz in der Downing Street. Der Premier sprach sich für "Bremain" (Britains remain in EU) statt "Brexit" (Britain´s Exit) aus. Cameron hat allen Grund, sich in der Endphase des Wahlkampfs für einen Verbleib stark zu machen. Im Falle eines "Brexit" sind Camerons Tage als Premier gezählt.

14.44 Uhr: Der Vorsprung des Pro-EU-Lagers ist laut einer Umfrage des Instituts Survation hauchdünn: Demnach liegen die EU-Befürworter mit 45 Prozent nur einen Prozentpunkt vor den Anhängern eines Ausstiegs.

14.30 Uhr: Labour-Chef Jeremy Corbyn (siehe 6.30 Uhr dieses Newsblog) dürfte die Worte des Bundesfinanzministers mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen: Wolfgang Schäuble hat sich für einen Kurswechsel in Europa ausgesprochen - auch wenn Großbritannien für einen Verbleib in der EU votiert. Sollte eine Mehrheit der Briten beim Referendum dafür stimmen, könne nicht einfach so weiter gemacht werden wie bisher, sagte Schäuble am Dienstag. "Sonst werden die Menschen sagen: Ihr habt nichts verstanden."

13.30 Uhr: Airbus, Siemens, BMW - große, auch deutsche Konzerne haben ihre Mitarbeiter längst dazu aufgerufen, beim Referendum zum Verbleib in der EU zu stimmen. Die Konzerne haben schließlich viel zu verlieren, nicht zuletzt wegen milliardenschwerer Investitionen auf der Insel. Nun rufen die französischen Unternehmen die britische Öffentlichkeit in Tageszeitungen dazu auf, gegen den Brexit zu stimmen. "Wir lieben euch, aber es geht ums Geschäft und nicht nur um die Liebe", heißt es in dem in vielen Zeitungen abgedruckten Appell. Unternehmen bräuchten nun mal ein attraktives Umfeld - also mindestens Marktzugang und freien Handel. "Ne nous quittez pas" (Verlasst uns nicht), endet der Brief auf Französisch.

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Vor dem Votum in Großbritannien: Diese Manager warnen vor einem Brexit

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12.30 Uhr: Gut drei Millionen EU-Ausländer leben in Großbritannien - und damit mehr als die Hälfte der dort offiziell gemeldeten Ausländer. Der Aufenthalt der EU-Ausländer ist durch das Recht auf Freizügigkeit geregelt. Es erlaubt ihnen, überall in der EU zu wohnen und zu arbeiten. Das könnte sich ändern und ein Brexit für diese Kräfte zum Problem werden. Laut "Welt"  verfügten fast drei Viertel der auf der Insel arbeitenden EU-Ausländer nicht die Vorgaben, die für Bewerber außerhalb der Staatengemeinschaft gelten. Das zeigten Berechnungen der Uni Oxoford. Das heißt: Millionen EU-Ausländer müssen befürchten, nach einem Brexit kein Visum mehr für das Land zu bekommen. Die Zahl könnte sogar noch deutlich steigen, wenn im April 2017 neue, verschärfte Visa-Regeln für ausländische Bewerber in Kraft treten.

11.30 Uhr: Brexit? War da was? Während andere Investoren eindringlich vor einem EU-Austritt Großbritanniens warnen, haben sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im Juni trotz großer Ungewissheit aufgehellt. Der entsprechende ZEW-Indikator stieg um 12,8 Punkte auf 19,2 Zähler, teilte das ZEW am Dienstag mit. Bankvolkswirte hatten eigentlich mit einem Rückgang gerechnet.

11 Uhr: Die Fußballschuhe als aktiver Profi-Sportler hat David Beckham längst an den Nagel gehängt, sein Geld verdient das einstige britische Fußballidol in diversen Geschäftsfeldern. In Großbritannien findet seine Stimme aber immer noch massenhaft Gehör. Dass Beckham sich gerade jetzt, kurz nach dem Weiterkommen der britischen Nationalmannschaft in der Fußball-EM zu Wort meldet, dürfte seinem Statement wohl noch mehr Aufmerksamkeit bringen. Unverblümt stellt sich Beckham auf die Seite der Brexit-Gegner: "Wir leben in einer dynamischen und vernetzten Welt", erklärt der frühere Kapitän der englischen Nationalmannschaft und Spieler von Manchester United, Real Madrid, Mailand und Paris. "Für unsere Kinder und deren Kinder sollten wir die Probleme dieser Welt gemeinsam angehen und nicht alleine. Aus diesen Gründen werde ich für einen Verbleib stimmen."

"Ich werde für einen Verbleib Großbritanniens in der EU stimmen" , sagt David Beckham

"Ich werde für einen Verbleib Großbritanniens in der EU stimmen" , sagt David Beckham

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10.30 Uhr: Auch zahlreiche namhafte Wissenschaftler werben zwei Tage vor dem Referendum eindringlich für einen Verbleib der Insel in der Europäischen Union. In einem offenen Brief des "Guardian"   warnen zehn Nobelpreisträger vor den Folgen eines EU-Austritts. "Wir glauben, dass das Vereinigte Königreich in der EU besser aufgehoben ist. Firmen und Arbeitnehmer brauchen den vollen Zugang zum einheitlichen Markt. Außerdem würde der Brexit erhebliche Unsicherheit über die künftigen Handelsabreden des Landes hervorrufen, sowohl mit Europa als auch mit anderen wichtigen Märkten wie den USA, Kanada oder China." Die Unterzeichner sind: George Akerlof, Kenneth Arrow, Angus Deaton, Peter Diamond, James Heckman, Eric Maskin, James Mirrlees, Christopher Pissarides, Robert Solow und Jean Tirole. Doch werden ihre zweifellos gewichtigen Stimmen in der hitzigen Diskussion noch gehörte werden?

"Autowelt geht durch einen Brexit nicht unter"

9.30 Uhr: US-Investor George Soros hat vor schwerwiegenden Folgen eines Brexits gewarnt. Ein Austritt Großbritanniens aus der EU würde einen massiven Sturz des britischen Pfund auslösen, warnt Soros in einem Beitrag für die Londoner Zeitung "The Guardian" . Zur Erinnerung: Soros selbst und andere Spekulanten brachten das britische Pfund im September 1992 zum Absturz, Großbritannien trat nach vergeblichen Stützungsversuchen noch am selben Tag (16. September 1992) aus dem europäischen Währungssystem (EWS) aus

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Der Brexit und seine Kinder: Welche Länder einem EU-Austritt der Briten folgen könnten

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In dem Beitrag warnt Soros nun, ein "Schwarzer Freitag" - ein Kurssturz an den Börsen - wäre die Folge. "Zu viele glauben, dass ein Votum zum EU-Austritt keine Folgen auf ihre persönliche Finanzlage haben wird. Das ist Wunschdenken." Viele Briten würden "die wahren Kosten" eines Brexit schwer unterschätzen. Ein EU-Austritt hätte auch "sofortige und dramatische Auswirkungen auf Finanzmärkte, Investitionen, auf Preise und Jobs".

George Soros: Viele Briten würden "die wahren Kosten" eines Brexit schwer unteschätzen, warnt der US-Finanzinvestor

George Soros: Viele Briten würden "die wahren Kosten" eines Brexit schwer unteschätzen, warnt der US-Finanzinvestor

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9.05 Uhr: Die Anleger ziehen sich zwei Tage vor dem Referendum in Großbritannien zurück. Der Dax  startet am Dienstag zunächst mit Verlusten. Allerdings hatte der deutsche Leitindex am Montag den Handel mit einem Plus von 3,4 Prozent beendet - Anleger nahmen am Dienstag also zunächst auch einen Teil der üppigen Vortagesgewinne mit.

8.30 Uhr: Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer warnt: Die deutsche Wirtschaft würde als wichtiger Handelspartner des Vereinigten Königreichs nach einem Brexit leiden. Vor allem müsste sich aber die britische Wirtschaft auf "eine lange Phase großer Unsicherheit" einstellen. Kramer schließt nach eigenen Worte nicht aus, dass ein Brexit auch in anderen EU-Ländern "Gelüste für ähnliche Manöver" wecken könnte.

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Vor dem Votum in Großbritannien: Diese Manager warnen vor einem Brexit

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8 Uhr: Der Auto-Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer hält nichts von Panikmache im Zusammenhang mit einem möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU. "Tatsache ist, die Autowelt geht durch einen Brexit nicht unter", sagt der Wissenschaftler der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Andere Analysten hingegen bei einem Brexit die deutschen Autobauer in der Defensive. Auf der Insel dürften BMW & Co in diesem Fall Umsätze in Milliardenhöhe wegbrechen, sagt BayernLB-Volkswirt Manuel Andersch

7 Uhr: Wenige Tage vor dem britischen Referendum über einen EU-Austritt lassen neue Umfragen den Ausgang völlig offen erscheinen. Eine am Montagabend veröffentlichte Erhebung des Instituts OBR für den "Daily Telegraph" sah die Befürworter eines EU-Verbleibs bei 49 Prozent und die Unterstützer eines Austritts bei 47 Prozent. Die Austrittsbefürworter legten damit im Vergleich zur Vorwoche um drei Punkte zu, während das Pro-EU-Lager stabil blieb.

In einer YouGov-Umfrage für die "Times" hingegen überholten die EU-Gegner die Befürworter: Für einen Brexit sprachen sich 44 Prozent aus, das war ein Punkt mehr als in der vorangegangenen Umfrage. Die Unterstützung für einen Verbleib in der EU sank hingegen um zwei Punkte und erreichte nur noch 42 Prozent.

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Börsenjahr 2016: Die Gewinner und Verlierer im Dax

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6.30 Uhr: Labour-Chef Jeremy Corbyn hat kurz vor dem historischen EU-Referendum klar für eine weitere Mitgliedschaft Großbritanniens in der Union geworben, dabei aber nicht mit Kritik an Brüssel gespart. "Ich bin kein Liebhaber der Europäischen Union", sagte Corbyn am Montagabend in einer Live-TV-Sendung vor ausgewählten jungen Studio-Gästen. "Wenn wir in der EU bleiben, muss sie sich dramatisch ändern", erklärte er. "Sie muss viel demokratischer werden, viel mehr Rechenschaft ablegen."

mit Nachrichtenagenturen