Freitag, 29. Mai 2020

18.000 Euro für 10 Nächte auf Mustique Johnsons Karibik-Luxusurlaub sorgt für Ärger

Boris Johnson, Freundin Carrie Symonds: Auch sie kehren Großbritannien gerne mal den Rücken zu - wenn eine Gratis-Karibikvilla wartet

Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seines von einem Parteispender gesponserten Luxusurlaubs in der Karibik in die Kritik geraten. Die Opposition forderte ihn am Donnerstag auf, eine Unstimmigkeit bei den Angaben über die Finanzierung seines Urlaubs rasch aufzuklären.

Johnson hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Register des Parlaments angegeben, der Aufenthalt in einer Villa im Wert von 15.000 Pfund (knapp 18.000 Euro) auf der Karibikinsel Mustique über den Jahreswechsel sei ihm von dem Geschäftsmann und Tory-Sponsor David Ross spendiert worden. Doch einem Bericht der "Daily Mail" zufolge bestreitet Ross, für Johnson bezahlt zu haben. "Es war ein Haus, das gemietet wurde, aber die Leute konnten nicht kommen, deshalb konnte Boris Johnson es benutzen", zitierte das Blatt einen Sprecher des Unternehmers. Ross habe Johnson lediglich "dabei geholfen, die Unterkunft zu finden."

Johnson fühlte sich während seines Aufenthalts in der Karibik vom 26. Dezember 2019 bis 5. Januar 2020 offenbar so wohl, dass er auch nicht daran dachte, seinen Urlaub abzukürzen und nach London zurückzukehren, als am 3. Januar die Ermordung von General Qasem Soleimani durch US-Truppen eine internationale Krise auslöste. Johnson verharrte auf der Karibikinsel - und wurde dafür von der heimischen Presse bereits kritisiert.

Ein Regierungssprecher sagte auf Anfrage, alle Transparenzregeln seien bei Johnsons Urlaub eingehalten worden. Wer für den Aufenthalt bezahlt oder die Unterkunft zur Verfügung gestellt hatte, blieb dennoch unklar. Der Labour-Politiker Jon Tricket forderte Johnso auf, Klarheit zu schaffen. Ansonsten müsse sich der Beauftragte für die Einhaltung parlamentarischer Standards des Falls annehmen. "Die Öffentlichkeit verdient es zu wissen, wer für die Spritztouren des Premierministers bezahlt", sagte Tricket.

la/dpa

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