May-Nachfolge Johnson in erster Abstimmung vorn

Lügen-BoJo: Boris Johnson nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. Zumindest bei den britischen Tories kommt das gut an.

Lügen-BoJo: Boris Johnson nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. Zumindest bei den britischen Tories kommt das gut an.

Foto: Andrew Yates/REUTERS

Im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May hat der Brexit-Hardliner Boris Johnson seinen Favoritenstatus untermauert. Bei der Wahl eines neuen Vorsitzenden der Konservativen Partei stimmten am Donnerstag in der ersten Runde 114 von 313 konservativen Abgeordneten für den ehemaligen Londoner Bürgermeister und Ex-Außenminister. Die regierenden Tories haben sich in den vergangenen Monaten in einem zermürbenden Machtkampf selbst lahm gelegt und die britische Demokratie in eine tiefe Krise gestürzt. Gewinner dieser Entwicklung sind Populisten wie Johnson und Nigel Farage.

Johnson schnitt damit deutlich besser ab als seine neun Konkurrenten. Der nächste Wahlgang ist für Dienstag angesetzt, gefolgt von weiteren Abstimmungen, bis zu einer Stichwahl mit zwei Kandidaten. Der Sieger übernimmt neben dem Tory-Vorsitz auch den Posten des Regierungschefs. Voraussichtlich Ende Juli dürfte es soweit sein. May hatte angesichts des großen Widerstands gegen ihre Brexit-Politik ihren Rücktritt angekündigt.

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Deutlich abgeschlagen auf Platz zwei folgte bei der Abstimmung mit 43 Stimmen Außenminister Jeremy Hunt, wie der für die Wahl zuständige Tory-Ausschuss 1922 mitteilte. Umweltminister Michael Gove lag mit 37 Stimmen auf Platz drei vor Ex-Brexit-Minister Dominic Raab mit 27 Stimmen.

Drei der insgesamt zehn Bewerber schieden aus dem Rennen aus: Die ehemalige Unterhaus-Vorsitzende Andrea Leadsom sowie die beiden Außenseiter Mark Harper und Esther McVey sind nicht mehr dabei.

la/reuters