Impfstoff von Biontech Großbritannien startet Impfkampagne gegen das Coronavirus

Worauf Menschen weltweit seit Monaten warten, erhalten die Briten ab heute: Als Erste in Westeuropa hat Großbritannien mit der Impfung seiner Bevölkerung gegen Covid-19 begonnen.
Risikogruppen zuerst: In Großbritannien werden seit heute Menschen gegen Covid-19 geimpft

Risikogruppen zuerst: In Großbritannien werden seit heute Menschen gegen Covid-19 geimpft

Foto: FRANK AUGSTEIN / AFP

Als erstes westeuropäisches Land hat Großbritannien am Dienstag eine groß angelegte Impfkampagne gegen das neuartige Coronavirus gestartet. Nach Angaben der Regierung sollen zunächst 800.000 Impfdosen des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer verabreicht werden. Geimpft werden demnach zuerst Menschen über 80 Jahre sowie das Gesundheits- und Pflegepersonal, da sie zu den Hochrisikogruppen gehören.

Zur Zielgruppe gehören auch die 94-jährige Queen Elizabeth II. und ihr 99-jähriger Mann, Prinz Philipp. Laut einem Bericht der "Sunday Times" wollen sie sich frühzeitig impfen lassen, um ein "mächtiges Gegengewicht zur Bewegung der Impfgegner" zu bieten. Großbritannien hatte dem Biontech-Pfizer-Impfstoff am vergangenen Mittwoch als erstes Land der Welt eine Notfallzulassung erteilt. Insgesamt wurde die Lieferung von 40 Millionen Dosen vereinbart. Weitere Impfstoff-Kandidaten könnten bald folgen.

Premierminister Boris Johnson (56) lobte den Start flächendeckender Corona-Impfungen in seinem Land als "riesigen Schritt vorwärts". "Ich bin sehr stolz auf die Wissenschaftler, die den Impfstoff entwickelt haben, auf Bürgerinnen und Bürger, die an den Versuchen teilgenommen haben, und auf den (nationalen Gesundheitsdienst) NHS, der unermüdlich die Auslieferung vorbereitet hat", sagte Johnson.

Die logistische Herausforderung ist groß, weil das Mittel auf minus 70 Grad Celsius gekühlt werden muss. Die britische Regierung will Medienberichten zufolge das in Belgien produzierte Präparat notfalls mit Militärflugzeugen einfliegen, damit es nicht im befürchteten Brexit-Verkehrschaos stecken bleibt. Ein Regierungssprecher wollte das nicht bestätigen, sagte aber: "Das Militär wird eine wichtige Rolle spielen bei der enormen logistischen Herausforderung."

Großbritannien ist eines der am stärksten von Corona betroffenen Länder in Europa. Am Montag meldete die Regierung 14.718 weitere Corona-Fälle, 189 Menschen seien innerhalb von 28 Tagen nach einem Positivtest gestorben. Insgesamt gab es bisher etwa 77.000 Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung stehen. Premier Johnson betonte, die Massenimpfung werde einige Zeit dauern. Deshalb müssten weiterhin alle Hygieneregeln eingehalten werden.

cr/AFP
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