Freitag, 20. September 2019

USA drohen mit Strafzöllen wegen Airbus EU bereitet Gegenschlag gegen Boeing vor

Boeing 737 Max: Die USA stützten den US-Flugzeugbauer jahrelang mit illegalen Beihilfen - und drohen nun der EU mit Strafzöllen wegen angeblich illegaler Förderung von Airbus

Nach der US-Drohung von neuen Zöllen auf EU-Produkte wegen des Beihilfestreits für den europäischen Flugzeugbauer Airbus bereitet die EU Gegenmaßnahmen vor. Die EU-Kommission habe mit den Vorbereitungen begonnen, um nach einer Entscheidung des Vermittlers der Welthandelsorganisation (WTO) schnell handeln zu können, sagte ein Sprecher am Dienstag in Brüssel. Dabei geht es um mögliche Vergeltungen wegen illegaler Subventionen der US-Regierung für den US-Flugzeugbauer Boeing Börsen-Chart zeigen.

Zuvor hatte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer eine vorläufige Liste mit EU-Produkten veröffentlicht, die als Vergeltung für Airbus-Beihilfen mit Zöllen belegt werden könnten.

US-Präsident Donald Trump hat den Handelsstreit mit Europa unterdessen weiter verschärft. Im seit Jahren schwelenden Konflikt um Beihilfen für den Flugzeugbauer Airbus kündigte Trump am Dienstag Zölle auf EU-Produkte im Volumen von elf Milliarden Dollar an. Einer US-Liste zufolge sollen die Zölle für große Verkehrsflugzeuge und Flugzeugteile, aber auch für Milchprodukte, Wein, Ferngläser und Badebekleidung gelten. Die EU-Kommission bereitet deswegen Gegenmaßnahmen vor. Sie wirft den USA ebenfalls illegale Beihilfen für den Airbus-Rivalen Boeing vor - diese Ansicht teilt auch die Welthandelsorganisation WTO.

"Strafzölle sind keine Lösung"

In der deutschen Wirtschaft sorgt die Eskalation für Unruhe - die USA sind größter Abnehmer von Waren "Made in Germany". "Strafzölle sind hier keine Lösung des Problems, sondern führen nur zu einer Spirale der Abschottung", warnte Ulrich Ackermann vom Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA). DIHK-Präsident Eric Schweitzer erklärte, die USA und Europa sollten jetzt einen kühlen Kopf bewahren und auf Deeskalation setzen. "Für beide Seiten gibt es nichts zu gewinnen."

Die US-Regierung hatte schon 2018 Zölle für europäische Stahl- und Aluminiumimporte erhoben, woraufhin die EU mit höheren Zöllen auf US-Produkte wie Whiskey und Jeans reagierte. Trump droht zudem mit Sonderzöllen auf Autos aus der EU, die vor allem BMW, Daimler und VW treffen würden.

ka/reuters/dpa

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