Notkredite für griechische Banken EZB sichert Griechenland weitere Notkredite zu - vorerst

Von mm-newsdesk
Draghi, Dijsselbloem: Wie hilft man Griechenland, wenn Athen sich nicht helfen lässt?

Draghi, Dijsselbloem: Wie hilft man Griechenland, wenn Athen sich nicht helfen lässt?

Foto: EMMANUEL DUNAND/ AFP

EZB-Präsident Mario Draghi hat den griechischen Banken Ela-Notkredite zugesichert, solange die Geldhäuser solvent sind und über ausreichend Sicherheiten verfügen. Allerdings werde die Notenbank wegen der aktuellen Verhandlungen über neue Finanzhilfen sorgfältig darauf achten, wie mit den Sicherheiten künftig verfahren werden soll, sagte Draghi am Freitag auf einer Pressekonferenz am Rande des Treffens der Euro-Finanzminister in Riga.

Während sich die Verhandlungen über die Finanzhilfen weiter in die Länge ziehen, kam es teilweise zu starken Kursbewegungen bei Griechen-Anleihen. "Je höher die Renditen, je größer die Volatilität, desto mehr Kapital wird zerstört", sagte Draghi in Anspielung auf die Kursentwicklung der Griechen-Anleihen. Der Notenbank-Chef räumte aber auch ein, dass es bei den Verhandlungen in den vergangenen Tagen und Wochen Fortschritte gegeben habe.

EZB erwägt, Ela-Notkredite zu begrenzen

Nach Medienberichten vom Dienstag gibt es in der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit Überlegungen, die Ela-Notkredite zu begrenzen. Experten der Notenbank hätten einen Vorschlag ausgearbeitet, wonach der Zugang der griechischen Geschäftsbanken zu den Notkrediten erschwert werden soll, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet.

Griechische Geldhäuser müssen Sicherheiten hinterlegen, wenn sie sich von der griechischen Notenbank im Rahmen der Notkredite Geld beschaffen wollen. Zuletzt hatte die EZB die Ela-Notkredite für Griechenlands Banken um 1,5 Milliarden Euro auf insgesamt 75,5 Milliarden Euro erhöht. Die Geldhäuser leiden unter Mittelabflüssen in Milliardenhöhe

Eurogruppen-Chef sieht weiterhin große Differenzen

In den Verhandlungen der Geldgeber mit Griechenland bestehen nach Aussage von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem weiterhin große Differenzen. Zwar gebe es offenbar positive Entwicklungen, aber inhaltlich liege man noch weit auseinander, sagte Dijsselbloem.

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis sieht das - wenig überraschend - anders. Man sei bei den Verhandlungen in den vergangenen Wochen vorangekommen, betonte Varoufakis, der mit seinem Optimismus jedoch allein auf weiter Flur steht. "Wir sind uns einig, dass eine Vereinbarung schwierig wird", räumte Varoufakis am Freitag ein. Eine Einigung werde aber kommen. "Es wird schnell passieren, weil das die einzige Option ist, die wir haben." Zugleich kritisierte der Minister einzelne Forderungen der internationalen Gläubiger, unter anderem die nach einem Gesetz zu Zwangsversteigerungen.

la/dpa/reuters
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