Sanktionen gegen Russland Erste Oligarchen-Jacht kommt unter den Hammer

Die Superjacht "Axioma" des russischen Stahlmagnaten Dmitry Pumpyansky wurde im März in Gibraltar beschlagnahmt. Weil der Eigner einen Kredit nicht bedienen kann, wird sie nun versteigert.
Käufer gesucht: Die Luxusjacht "Axioma" wird versteigert

Käufer gesucht: Die Luxusjacht "Axioma" wird versteigert

Foto: TheYachtPhoto.com / IMAGO

Erstmals seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine kommt eine im Zuge der westlichen Sanktionen beschlagnahmte Oligarchen-Jacht unter den Hammer. Die Luxusjacht "Axioma" des russischen Geschäftsmannes Dmitry Pumpyansky (58) werde am heutigen Dienstag versteigert, schreibt das britische Auktionshaus Howe Robinson Partners auf seiner Website . Grund sei eine Kreditverpflichtung Pumpyanskys gegenüber der US-Großbank JP Morgan, die der Russe nicht bedienen könne, berichtet Bloomberg .

Die "Axioma" wurde demnach bereits im März durch britische Behörden in Gibraltar beschlagnahmt. Das Schiff, Baujahr 2013, ist 72 Meter lang, bietet Platz für zwölf Gäste in sechs Kabinen und wird auf einen Wert von 63 Millionen britische Pfund (74 Millionen Euro) geschätzt, wenngleich bei der Versteigerung laut Bloomberg ein niedrigerer Preis erwartet wird. Es verfügt über einen Infinity-Pool und ein 3D-Kino.

Dem Bericht zufolge Gewann JP Morgan einen Gerichtsstreit in Gibraltar, der die Bank dazu berechtigt, das Luxusschiff zu versteigern. Zuvor habe Pumpyansky einen 20,5-Millionen-Euro-Kredit, der mit dem Boot in Verbindung stand, nicht bedient.

Bloomberg zitiert den Auktionator Nigel Hollyer von Howe Robinson Partners, demzufolge es die erste Jacht ist, die im Rahmen der westlichen Sanktionen gegen russische Oligarchen beschlagnahmt wurde, die nun versteigert wird. Es gebe bereits 115 Anfragen wegen der anstehenden Auktion, und 28 Parteien haben das Objekt des Interesses inspiziert.

72 Meter, Pool, 3D-Kino: Die "Axioma" im Hafen von Gibraltar

72 Meter, Pool, 3D-Kino: Die "Axioma" im Hafen von Gibraltar

Foto: TheYachtPhoto.com / IMAGO

Dmitry Pumpyansky wurde im Stahlgeschäft reich. Vor den Sanktionen im März dieses Jahres kontrollierte er TMK, Russlands größten Hersteller von Stahlrohren (Jahresumsatz 2021: 429 Milliarden Rubel, also mit Wechselkurs von Anfang 2022 etwa 5,1 Milliarden Euro). Das US-Magazin "Forbes"  taxiert Pumpyanskys Vermögen auf zwei Milliarden Dollar.

cr
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