Erkrankter US-Präsident Trump will schon Samstag wieder auftreten

US-Präsident Donald Trump will nach seiner Corona-Infektion schon am Wochenende wieder öffentlich auftreten. Der Streit um die nächste TV-Debatte mit Herausforderer Joe Biden geht weiter.
Ausnahmsweise mal mit Maske: US-Präsident Donald Trump

Ausnahmsweise mal mit Maske: US-Präsident Donald Trump

Foto: Alex Brandon / dpa

Gut eine Woche nach seiner Krankenhaus-Einweisung wegen einer Corona-Infektion peilt US-Präsident Donald Trump (74) den nächsten öffentlichen Auftritt an. "Ich denke, ich werde Samstagnacht eine Wahlkampfveranstaltung abhalten, wenn wir genug Zeit haben, sie zusammenzubekommen", sagte Trump am späten Donnerstag in einem Telefon-Interview mit dem Sender Fox News. Wahrscheinlich werde der Auftritt in Florida sein und dann am Sonntag vielleicht auch noch ein weiterer in Pennsylvania.

Kurz zuvor hatte Trumps Leibarzt Sean Conley mitgeteilt, die Behandlung des Präsidenten sei abgeschlossen. Die Therapie habe "extrem gut" angeschlagen. Seit seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus ins Weiße Haus sei sein Zustand stabil geblieben. Trump könne ab Samstag wieder Termine in der Öffentlichkeit wahrnehmen.

Trump hatte vergangenen Freitag die Öffentlichkeit darüber informiert, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Nach drei Nächten im Krankenhaus war er Anfang der Woche ins Weiße Haus zurückgekehrt.

Er fühle sich "richtig gut", sagte Trump. Er hätte schon gerne "letzte Nacht" einen Wahlkampfauftritt absolviert. Er unterstrich, dass er bei einem Auftritt "sehr weit weg von allen" stehen werde. Am Freitag werde er sich erneut auf das Virus testen lassen.

Trump bevorzugt Reden vor großem Publikum. Oft finden die Veranstaltung in geschlossenen Hallen statt. Sie stehen wegen der potenziellen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus in der Kritik.

Trump beharrt auf Live-Debatte - Sender plant mit Joe Biden allein

Trumps Wahlkampfteam forderte am Donnerstag, dass seine zweite TV-Debatte mit Herausforderer Joe Biden (77) wie ursprünglich geplant mit Anwesenheit beider Kandidaten am nächsten Donnerstag über die Bühne gehen soll. Dafür müsste die Kommission, die die Debatten veranstaltet, allerdings ihre Entscheidung zurücknehmen, das Duell online durchzuführen.

Trump hatte erklärt, dass er an einer Debatte über das Internet nicht teilnehmen werde - mit der Begründung, dass Biden dann Antworten vom Bildschirm ablesen und ihm selbst der Ton abgedreht werden könne. In der ersten Debatte war Trump Biden so oft ins Wort gefallen, dass kaum ein inhaltlicher Austausch stattfand. Der Präsident liegt in landesweiten Umfragen deutlich hinter Biden zurück. Der Abstand vergrößerte sich nach Trumps aggressivem Auftreten in der ersten Debatte vergangene Woche und seiner Corona-Infektion.

Die Kommission hatte an Donnerstagmorgen angekündigt, dass die Debatte übers Internet statt mit Anwesenheit von Trump und Biden in Miami laufen solle. Nachdem Trump seine Teilnahme absagte, setzte der TV-Sender ABC eine Fragestunde Bidens mit Wählern - aber ohne Trump - für den Tag an.

Der Wahlkampf steckt mitten in der heißen Phase. Die Abstimmung ist am 3. November angesetzt, in vielen US-Staaten läuft sie bereits.

rei/Reuters/dpa-afx
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