Mittwoch, 13. November 2019

Zweigeteilter Energiemarkt Süddeutschen drohen höhere Strompreise

Strommasten und Windräder: Höhere Preise möglich

Horst Seehofer sperrt sich gegen neue Stromtrassen, nach "Spiegel"-Informationen hat das dramatische Folgen: Der deutsche Energiemarkt zerfällt in ein Nord- und ein Südsegment - mit höheren Preisen in Bayern und Baden-Württemberg.

Hamburg - Verbrauchern in Bayern und Baden-Württemberg drohen bis zu 10 Prozent höhere Strompreise an der Börse als im Norden der Republik. Dies geht nach "Spiegel"-Informationen aus einer Studie im Auftrag der EU-Kommission hervor.

In der Studie untersuchen norwegische Strommarktexperten, welche Auswirkung eine Teilung des deutschen Elektrizitätsmarkts in eine nördliche und eine südliche Preiszone haben würde. Zu dieser Trennung wird die EU-Kommission Deutschland womöglich drängen, wenn die beiden geplanten Hochspannungsleitungen, die Windstrom vom Norden in den Süden leiten sollen, nicht gebaut werden.

Grund für die möglichen höheren Preise in einer süddeutschen Zone: Versorgungsengpässe insbesondere in Bayern verursachen schon heute Kosten in dreistelliger Millionenhöhe, die bislang Stromkunden bundesweit mittragen. Diese Situation wird sich durch die Abschaltung von drei bayerischen Atomkraftwerken bis zum Jahr 2022 verschärfen.

Dennoch hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer vor Kurzem den Bau neuer Stromtrassen generell infrage gestellt. Die Netzbetreiber würden diese aus reinen Profitgründen bauen wollen, sagte der bayerische CSU-Regierungschef. Als Alternative will Seehofer Bayern durch Gaskraftwerke unabhängig von Stromleitungen machen.

ts/fdi

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