Umfrage Deutsche wollen Mindestlohn und höhere Steuern

Da aktuelle ZDF-Politbarometer gibt klare Hinweise auf die Vorlieben der Deutschen in Bezug auf die künftige Bundesregierung: Der Mindestlohn, den die SPD fordert, wird von der Mehrheit ebenso unterstützt wie Steuererhöhungen für höhere Einkommen.
Nachdenklich: Noch sperren sich Kanzlerin Merkel und ihr Noch-Finanzminister Schäuble gegen Steuererhöhungen - die meisten Deutschen hätten kaum etwas dagegen

Nachdenklich: Noch sperren sich Kanzlerin Merkel und ihr Noch-Finanzminister Schäuble gegen Steuererhöhungen - die meisten Deutschen hätten kaum etwas dagegen

Foto: Jan-Philipp Strobel/ picture alliance / dpa

Berlin - Die Mehrheit der Deutschen hält einer Umfrage zufolge eine große Koalition als am ehesten für geeignet, die anstehenden Probleme in Deutschland zu lösen. Im ZDF-Politbarometer vom Freitag trauen 61 Prozent aller Befragten einem Regierungsbündnis aus Union und SPD mehr zu als anderen Konstellationen.

Dies sehen demnach insgesamt 76 Prozent der Anhänger von CDU und CSU und 67 Prozent der Anhänger der Sozialdemokraten so. Bei den Grünen sind es 44 Prozent und bei den Linken 21 Prozent. Eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen halten dagegen lediglich 14 Prozent aller Befragten für die beste Option, 15 Prozent der Umfrageteilnehmer plädieren für Rot-Rot-Grün.

Die Parteispitzen von Union und SPD hatten sich am Donnerstag darauf verständigt, ihren Gremien die Aufnahme von Verhandlungen über eine große Koalition zu empfehlen.

In der Frage des bei den anstehenden Gesprächen heftig umstrittenen Themas Mindestlohn haben die Befragten recht eindeutige Präferenzen: 83 Prozent befürworten einen gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro, wie ihn die SPD fordert. Zudem unterstützen 70 Prozent eine Maut für Ausländer auf deutschen Autobahnen, wie ihn die CSU ins Gespräch gebracht hat.

Ähnlich deutlich (69 Prozent) wird die Forderung nach einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes unterstützt. Eine klare Mehrheit (59 Prozent) will das gerade erst eingeführte Betreuungsgeld wieder abschaffen, 37 Prozent wollen es beibehalten.

In der Beliebtheitsskala kann Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Spitzenplatz unter den Politikern verteidigen, muss aber leichte Einbußen hinnehmen. Auf einer Skala von Plus Fünf bis Minus Fünf erreicht sie einen Wert von 2,4 gefolgt von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit 1,5 und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mit 1,2. Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1183 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

cr/rtr/dpa
Mehr lesen über