Jahresgutachten Wirtschaftsweise senken Prognose für Deutschland - und kritisieren EZB

Die Wirtschaftsweisen haben ihre Wachstumsprognose für 2014 deutlich gesenkt. Außerdem kritisieren die Ökonomen in ihrem Jahresgutachten die Geldpolitik der EZB - sie sehen Gefahren für den Euro-Raum.
Sorge um deutsche Konjunktur: "Die EZB sollte eine weitere massive Ausweitung ihrer Bilanz vermeiden, solange eine Deflation im Euro-Raum nicht prognostiziert wird", mahnen die Wirtschaftsweisen

Sorge um deutsche Konjunktur: "Die EZB sollte eine weitere massive Ausweitung ihrer Bilanz vermeiden, solange eine Deflation im Euro-Raum nicht prognostiziert wird", mahnen die Wirtschaftsweisen

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Berlin - Die Wirtschaftsweisen sorgen sich um die Auswirkungen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum. "Die EZB hat den Leitzins auf nahe Null gesenkt und umfangreiche quantitative Lockerungsmaßnahmen eingeleitet. Diese Politik birgt Gefahren für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Euro-Raums, nicht zuletzt in Form nachlassender Reform- und Konsolidierungsbemühungen in den Mitgliedstaaten," schrieben die Experten in einer Mitteilung zu ihrem Jahresgutachten, das im weiteren Tagesverlauf vorgestellt wird.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte in der vergangenen Woche angesichts der schwachen konjunkturellen Entwicklung in Europa eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. So soll die EZB-Bilanz mit Hilfe von weiteren Anleihekäufen auf das Niveau von Anfang 2012 aufgepumpt werden. Seinerzeit beliefen sich die Vermögenswerte in den Büchern der Zentralbank auf drei Billionen Euro, heute sind es etwa eine Billion weniger.

Die fünf Wirtschaftsweisen, die die Bundesregierung in wirtschaftlichen Fragen beraten, kritisierten diese Pläne. "Die EZB sollte daher eine weitere massive Ausweitung ihrer Bilanz vermeiden, solange eine Deflation im Euro-Raum nicht prognostiziert wird," schrieben sie.

Die Wirtschaftsweisen senkten zudem ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,9 Prozent auf 1,2 Prozent. Für das kommende Jahr rechnen die Forscher nur noch mit einem Wachstum von einem Prozent. Hierüber hatte die "Süddeutsche Zeitung" bereits berichtet

la/dpa/reuters
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