Wirecard-Skandal Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Bafin

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal strafrechtliche Ermittlungen gegen die Finanzaufsichtsbehörde eingeleitet. Ein Anfangsverdacht hat sich erhärtet.
Im Visier der Ermittler: Hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ihre Aufsichtspflicht verletzt?

Im Visier der Ermittler: Hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ihre Aufsichtspflicht verletzt?

Foto: Hannelore Foerster / imago images

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat ein formelles Ermittlungsverfahren zur Rolle der Finanzaufsicht Bafin im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal eingeleitet. Es handele sich um strafrechtliche Ermittlungen gegen bisher unbekannte Personen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag am Anfrage. Die Finanzaufsicht äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Ermittlungen.

Hintergrund des Verfahrens sind im Januar eingereichte Anzeigen von Wirecard-Aktionären. Die Anteilseigner werfen der Bafin vor, ihre Aufsichtspflichten verletzt zu haben. Daraufhin hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft Ende Februar zunächst eine Vorprüfung eingeleitet und bei einem unangekündigten Besuch in den Büros der Behörde Informationen gesammelt. Da die Ermittlungen einen Anfangsverdacht ergeben hatten, gibt es nun ein formelles Ermittlungsverfahren.

Das frühere Dax-Unternehmen Wirecard hatte im Juni 2020 Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und in der Folge Insolvenz angemeldet. Weil dies jahrelang unentdeckt blieb, steht unter anderem die Bafin in der Kritik.

Neben der Verletzung der Aufsichtspflicht geht es in den Anzeigen auch um die möglicherweise strafbare Verletzung von Regeln zum Insiderwissen. Die Bafin selbst hatte im Januar einen Mitarbeiter wegen des Verdachts des Insiderhandels bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart angezeigt. Bafin-Chef Felix Hufeld (59) und Vizechefin Elisabeth Roegele (53) wurden inzwischen wegen des Wirecard-Skandals entlassen.

mg/dpa-afx
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