Reuters

Keine Sicherheitskontrollen an acht Flughäfen 220.000 Fluggäste von Warnstreiks betroffen

An acht großen Flughäfen in Deutschland streikt seit den frühen Morgenstunden das Sicherheitspersonal für mehr Lohn. Die Streiks werden den ganzen Tag andauern. 220.000 Passagiere werden von Hunderten Flugausfällen und Verspätungen betroffen sein, heißt es.

Warnstreiks des Sicherheitspersonals an insgesamt acht deutschen Flughäfen haben am Dienstag den Flugverkehr stark behindert. Allein am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main wurden 610 Flüge gestrichen und damit fast jeder zweite Flug gestrichen, teilte eine Flughafensprecherin am Morgen mit.

Die Streiks begannen um Mitternacht in Hannover, Bremen und Hamburg. Um 02.00 Uhr begannen dann auch in Frankfurt am Main die Arbeitsniederlegungen, wie der dortige Verdi-Streikleiter Mathias Venema in der Nacht der Nachrichtenagentur afp sagte. "Der Streik läuft an, die Streikposten sind besetzt." Gestreikt wurde auch in München, Leipzig, Dresden und Erfurt.

Flughafen Frankfurt am Main: Fast die Hälfte aller Flüge fällt hier am Dienstag aus

Flughafen Frankfurt am Main: Fast die Hälfte aller Flüge fällt hier am Dienstag aus

Foto: Silas Stein/ dpa

Vorsorglich wurden bundesweit mehrere hundert Starts und Landungen gestrichen. Der Flughafenverband ADV rechnete damit, dass etwa 220.000 Passagiere von den Streichungen und Verspätungen betroffen sein werden. In Frankfurt konnten Maschinen zwar landen und Passagiere umsteigen; am Flughafen der Main-Metropole konnte aber kein Passagier zusteigen.

23.000 Flughafen-Beschäftigte fordern bundesweit 20 Euro Stundenlohn

"Die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs werden ab Betriebsbeginn bis etwa 20 Uhr nicht besetzt sein", hieß es auf der Internetseite des Flughafens. "Fluggäste, die ab Frankfurt reisen, werden so während der gesamten Streikdauer keine Möglichkeit haben, ihren Flug zu erreichen." Nach Angaben der Flughafensprecherin war es an den Terminals "sehr, sehr ruhig". Es seien aber trotz der Streiks einige wenige Passagiere gekommen.

Hintergrund der Streiks sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherung (BDLS) und Verdi für rund 23.000 Beschäftigte der Flugsicherheit. Die Gewerkschaft will einen Stundenlohn von bundesweit 20 Euro bei der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle durchsetzen.

Verdi sprach von einem Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. "Wir hoffen, dass die Arbeitgeber endlich auf unsere Forderungen eingehen, die Signale der Belegschaften hören und merken, dass die Beschäftigten für ihre Forderungen eintreten und auch bereit sind, hier in den Streik zu treten", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Roscher.

rei/dpa/afp
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