Energieversorgung Weiteres LNG-Importterminal in Deutschland angekommen

Im Industriehafen von Brunsbüttel ist ein Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) eingetroffen. An der schleswig-holsteinischen Elbmündung entsteht mit dem Schiff "Höegh Gannet" bereits das dritte schwimmende LNG-Terminal in Deutschland.
Erwartet den ersten LNG-Tanker aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Ende Januar in Brunsbüttel: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck

Erwartet den ersten LNG-Tanker aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Ende Januar in Brunsbüttel: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck

Foto: Marcus Brandt / dpa

Deutschland hat mit dem neuen LNG-Terminal in Brunsbüttel in etwa ein Viertel der weggefallenen Gasliefermenge aus Russland perspektivisch ersetzt. Mit dem dritten Terminal im Norden seien nun Kapazitäten im Umfang von 14 Milliarden Kubikmetern Gas gebaut worden, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (53; Grüne) am Freitag im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel.

Im Zuge des Krieges in der Ukraine sind 55 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland weggefallen, die ersetzt werden müssen. In den vergangenen Wochen wurden nach ungewöhnlich kurzer Planungs- und Genehmigungszeit bereits drei LNG-Projekte an den Start gebracht – in Wilhelmshaven, Lubmin und nun in Brunsbüttel. Vorerst sei Gas noch nötig für die Energieversorgung. Auch die weiteren LNG-Projekte müssten schnell umgesetzt werden.

Das schwimmende Terminal in Brunsbüttel wird laut Bundeswirtschaftsministerium Flüssigerdgas von LNG-Tankern annehmen und ins deutsche Gasnetz einleiten. Die jährliche Regasifizierungskapazität wird auf 7,5 Milliarden Kubikmeter beziffert, die voraussichtlich ab Ende 2023 vollständig ausgeschöpft werden kann. Zunächst sei eine mehrwöchige Inbetrieb- und Probephase geplant. Erste Gasmengen sollen Anfang Februar ins Netz eingespeist werden. Die Mengen sollen dann kontinuierlich hochgefahren werden.

Erster LNG-Tanker wird Ende Januar erwartet

Der erste LNG-Tanker aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wird Ende Januar in Brunsbüttel erwartet. Mittelfristig soll Brunsbüttel nordwestlich von Hamburg zu einem Energiezentrum werden – mit einem LNG-Terminal an Land sowie einer Ammoniak-Anlandestation durch den Energiekonzern RWE ab 2026.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller (51), kündigte an, die Gasspeicher müssten im Sommer für den Winter 2023/24 wieder aufgefüllt werden. "Das wird ohne Flüssiggas und zusätzliche Importe nicht gelingen. Und wenn es im Winter sehr kalt ist, werden die Terminals auch ausgelastet sein. Schließlich müssen wir uns auch für einen Fall vorbereiten, dass ein Terminal oder eine Pipeline ausfallen."

Deutschland habe zudem eine Gas-Transitfunktion für seine Nachbarn, die über keine Küsten verfügten. Die Bundesnetzagentur halte die Pläne der Regierung zum Ausbau der LNG-Terminals daher nicht für überdimensioniert.

hr/reuters

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.