Samstag, 14. Dezember 2019

Assekuranz fordert Verdoppelung der Bußgelder Jetzt blitzen sogar die Versicherer

Versicherer-Studie: München ist die Metropole der Raser
DPA

Die Zahl der Verkehrstoten fiel zwar seit Jahresbeginn, es wird aber immer noch viel zu schnell gefahren in Deutschland. Auch die Unfallforscher der Versicherer fordern mittlerweile deutlich höhere Bußgelder für Raser. Besonders krass ist das Verhalten der Temposünder in deutschen Städten wohl in München, zeigt ihre Untersuchung.

Wenn es nach Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) ginge, könnten die Strafen für Raser im Straßenverkehr gar nicht hoch genug sein. Denn die bisher geltenden Bußgeldkataloge erfüllten offenbar nicht ihren Zweck, hielten die Temposünder nicht vom Rasen ab.

"Es muss weh tun, damit der Effekt auch wirklich eintritt", sagte Pistorius unlängst dem ZDF. Bis zu 1000 Euro bereits für 20 Kilometer zu schnelles Fahren brachte er zur Innenministerkonferenz Ende vergangenen Juni ins Gespräch - konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Auch wenn die Zahl der Verkehrstoten bundesweit von Mai bis Juni dieses Jahres um 75 auf 1176 gegenüber dem Vorjahreszeitrum zurückging und die der Verletzten nur gering auf rund 144.000 kletterte - auf Deutschlands Straßen wird immer noch zu viel gerast, ist man auch bei der Unfallforschung der deutschen Versicherer (UDV) überzeugt. Schließlich sei die Zahl der Verkehrstoten 2014 und 2015 gestiegen.

Der Bundesverkehrsminister versucht das Phänomen über die im Juni verabschiedete Novelle der Straßenverkehrsordnung zu bekämpfen. Sie erleichtert den lokalen Behörden die Einrichtung von Tempo-30-Zonen vor Schulen, Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen.

Die Unfallforscher der Versicherer hätten sich hier mehr gewünscht, vor allem einen potentiell größer gefassten Geltungsbereich von Tempo-30-Zonen. "Die meisten Unfälle passieren nämlich gar nicht im unmittelbaren Bereich. Das gesamte Einzugsgebiet muss betrachtet werden", moniert UVD-Leiter Siegfried Brockmann.

Zudem gelte nach wie vor, dass Beschränkungen nur bei einer besonderen Gefahrenlage angeordnet werden dürften. Diese lasse sich halt nur rückwärtsgewandt aus der Unfallzahl an bestimmten Ort ableiten. Konsequent wäre es gewesen, die Anordnung von Verkehrszeichen und eine Beschränkung der Geschwindigkeit auch vorausschauend zu erleichtern, kritisiert Brockmann.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung