Kündigungsschutz und mehr Geld Staat sichert 23.000 Jobs an Großflughäfen

Die kommunalen Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen Notlagentarifvertrag geeinigt. Die Jobs bleiben bestehen – die Angestellten erhalten sogar mehr Gehalt und trotz Krise einen Bonus.
Nix los: Trotz eines Einbruchs der Passagierzahlen erhalten auch die Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen mehr Geld.

Nix los: Trotz eines Einbruchs der Passagierzahlen erhalten auch die Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen mehr Geld.

Foto: imago images/rheinmainfoto

Die 23.000 Beschäftigten an den großen deutschen Flughäfen sind trotz des Einbruchs der Passagierzahlen vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Das sieht ein "Notlagentarifvertrag" vor, den die Gewerkschaft Verdi und die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) unter Führung des Fraport-Vorstands Michael Müller geschlossen haben. Die Beschäftigung ist demnach bis Ende 2023 gesichert. Und obwohl das Passagieraufkommen um bis zu 90 Prozent eingebrochen ist und die Flughäfen in weiten Teilen leer stehen, erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch im Dezember eine Corona-Sonderzahlung von bis zu 800 Euro.

Nach den staatlichen Rettungshilfen für die Lufthansa und den Reisekonzern Tui sichert der Staat damit auch in diesem Segment der Luftfahrtbranche die Jobs. "Wir wollen unser Personal halten und niemanden in die Arbeitslosigkeit schicken, auch um wieder mit dem Luftverkehr wachsen zu können", sagte VKA-Verhandlungsführer Müller, der seit 2012 auch Personalvorstand des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport ist. Verdi-Vizechefin Christine Behle (52) sagte, das wichtigste Verhandlungsziel sei mit der Beschäftigungssicherung erreicht worden.

Die Arbeitgeber erhalten die Möglichkeit, die Arbeitszeit 2022 um sechs Prozent zu kürzen. Bis dahin nutzen viele Betreiber die Kurzarbeit. Nach dem Tarifabschluss steigen die im Oktober 2022 um 1,4 Prozent und im April 2023 um weitere 1,8 Prozent. Im Oktober 2023 soll das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienstes erreicht werden.

Der Abschluss gilt nach Verdi-Angaben für Beschäftigte der Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Stuttgart, Münster/Osnabrück und Nürnberg. Viele Regionalflughäfen haben dagegen Haustarifverträge. Das gilt auch für den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER). Dort wurden für die nächsten beiden Jahre Nullrunden vereinbart. Betriebsbedingte Kündigungen sind dafür ausgeschlossen.

lhy/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.