Verhandlungsbereit IG Metall erwägt niedrigere Einstiegslöhne

Um die eigenen Mitglieder vor der Konkurrenz von Beschäftigten mit günstigeren Werkverträgen zu schützen, erwägt die IG Metall offenbar ein Gegengeschäft: Neu eingestellte junge Mitarbeiter, die oft kein Gewerkschaftsmitglied sind, müssten sich auf niedrigere Löhne einstellen.
Neu angefangen, gleiche Arbeit, weniger Geld: IG Metall erwägt Löhne junger Beschäftigter als Tauschgeschäft einsetzen

Neu angefangen, gleiche Arbeit, weniger Geld: IG Metall erwägt Löhne junger Beschäftigter als Tauschgeschäft einsetzen

Foto: Marcus Brandt/ picture alliance / dpa

Berlin - Die Gewerkschaft IG Metall will sich auf Diskussionen über niedrigere tarifliche Einstiegslöhne einlassen. "Wir verweigern uns keiner Diskussion", sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Es werde dann allerdings "nicht nur über das Tarifniveau zu reden sein".

Die Gewerkschaft fordert vor allem eine Stärkung der Mitbestimmung, damit die Betriebsräte mehr Einfluss auf Entscheidungen über Werkverträge nehmen können. "Mehr Mitbestimmung für Betriebsräte ist eine schlichte Notwendigkeit, um die Tarifautonomie gegen den Missbrauch von Werkverträgen abzusichern", sagte Wetzel.

Die IG Metall wirft der Industrie vor, immer häufiger Aufgaben nur deshalb mittels Werkvertrag an Drittfirmen auszulagern, um damit Lohnkosten zu sparen. Vertreter der Arbeitgeberseite bezweifeln dies. Sie sehen aber auch einen Zusammenhang zwischen hohen Einstiegslöhnen im Metalltarif und dem wirtschaftlichen Druck zu einer Auslagerung einfacher Tätigkeiten

kst/dpa-afx
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.