Kooperation mit WHO T-Systems hilft weltweit, Impfnachweise zu prüfen

Software aus Deutschland soll künftig dabei helfen, Impfnachweise weltweit zu überprüfen und auszutauschen - auch für andere Impfungen wie Polio oder Gelbfieber. Das sieht eine Vereinbarung der Weltgesundheitsorganisation WHO mit der Telekom-Tochter T-Systems vor.
Überprüfung elektronischer Impfnachweise: Telekom-Tochter T-Systems hat eine Lösung über Ländergrenzen hinweg

Überprüfung elektronischer Impfnachweise: Telekom-Tochter T-Systems hat eine Lösung über Ländergrenzen hinweg

Foto: Christophe Gateau / dpa

Die Weltgesundheitsorganisation WHO will zusammen mit der Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems  eine Lösung zur Überprüfung elektronischer Impfnachweise über Ländergrenzen hinweg entwickeln. Nach der Coronavirus-Pandemie solle dies als Standardverfahren für andere Impfungen wie Polio oder Gelbfieber dienen, teilten WHO und T-Systems am Mittwoch mit. Die Weltgesundheitsorganisation wolle ihre 194 Mitgliedstaaten beim Aufbau nationaler wie regionaler Vertrauens-Netzwerke und Prüftechnologie unterstützen, die dann Teil künftiger Impfkampagnen und Patientenakten würden.

T-Systems-Chef Adel Al-Saleh (59) freute sich über den Zuschlag: "Gesundheit ist ein strategisches Wachstumsfeld für T-Systems." Weitere Details wurden nicht genannt. Es ist nicht bekannt, wie viel die WHO für den Auftrag zahlt und wie das Zeitfenster aussieht.

T-Systems hat Erfahrungen auf dem Gebiet. In Deutschland hat T-Systems zusammen mit dem größten europäischen Softwarehaus SAP die Corona-Warn-App (CWA) zur Eindämmung der Corona-Infektionsketten entwickelt und betreibt die Infrastruktur dafür. T-Systems hatte in diesem Zusammenhang auch den European Federation Gateway Service (EFGS) aufgebaut. Der Dienst sorgt dafür, dass Corona-Tracing-Apps der Mitgliedstaaten grenzüberschreitend funktionieren. Die Telekom-Tochter hat weiterhin bereits das EU-Gateway für Impfzertifikate entwickelt, das unter anderem von der CovPass-App in Deutschland und ähnlichen Anwendungen in anderen EU-Mitgliedstaaten und zahlreichen Nicht-EU-Ländern genutzt wird.

Gerret Mehl, Leiter für Digital Health und Innovation bei der WHO, erklärte, Corona betreffe alle. "Die Länder kommen daher nur gemeinsam aus der Pandemie. Fälschungssichere und digital überprüfbare Impfnachweise schaffen Vertrauen." Die WHO unterstütze die Mitgliedstaaten daher beim Aufbau nationaler wie regionaler Vertrauens-Netzwerke und Prüftechnologie. "Das Gateway-Angebot der WHO versteht sich auch als Brücke zwischen regionalen Systemen. Es kann auch als Teil künftiger Impfkampagnen und Patientenakten verwendet werden."

Eine WHO-Sprecherin verwies darauf, dass es derzeit keine globale digitale Lösung für Impfbescheinigungen für Polio und Gelbfieber für internationale Reisen gebe. Hier werde der Impfstatus für internationale Reisende derzeit auf dem papierbasierten Impf- und Prophylaxezertifikat (ICVP) erfasst.

sio/reuters
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