1,25 Millionen Euro Steven Schuurman - der milliardenschwere Großspender der Grünen

Die Grünen haben die nächste hohe Spende erhalten: Mehr als eine Million Euro gab der Niederländer Steven Schuurman. Was treibt den Tech- und Medienunternehmer um?
Großspender: Der Niederländer Steven Schuurman spendete den Grünen 1,25 Millionen Euro

Großspender: Der Niederländer Steven Schuurman spendete den Grünen 1,25 Millionen Euro

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Michel Porro / Getty Images

Am Dienstag ging bei den Grünen eine Spende in beachtlicher Höhe ein: 1,25 Millionen Euro. Noch beachtlicher ist der Mann hinter der Spende. Steven Schuurman ist bei der Bundestagswahl am 26. September weder wahlberechtigt, noch lebt der Technologie- und Medienunternehmer in Deutschland. Trotzdem ist ihm ein grüner Wahlerfolg hierzulande ein kleines Vermögen wert. Schuurmann blickt über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus: "Der Klimawandel kennt keine Grenzen. Wir stehen vor einem internationalen Problem, einer Menschheitsaufgabe", sagte Schuurman dem Handelsblatt . Darum sei es seines Erachtens wichtig, eine Umwelt-Partei in Deutschland zu unterstützen - mit der höchsten Spende, die die Partei jemals bekommen hat.

Nicht nur den Grünen spendet Schuurman beachtliche Summen. In den Niederlanden hat er erst im März die beiden größten Einzelspenden in der politischen Geschichte des Landes verantwortet. Zwei Parteien, die sich Tierrechten und Umweltschutz widmen, erhielten Zuwendungen von insgesamt 1,35 Millionen Euro – unwesentlich mehr als die Grünen. Zu möglichen Koalitionswünschen äußerte er sich nicht. Das Einzige, das für ihn zähle, seien die Inhalte, die die Partei umsetzt. Seine Spende sei mit keinen Bedingungen verbunden, betonte er.

Mit Tech-Firmen zum Milliardär

Vermögend genug, um insgesamt 2,5 Millionen Euro an politische Parteien zu spenden, ist Schuurman allemal. Forbes zufolge ist er knappe zwei Milliarden Dollar schwer. Sein Geld machte er mit Tech-Unternehmen. Vor neun Jahren zählte er zu den Gründern von Elastic: Das Unternehmen programmiert Suchmaschinen für Websites und Apps. Zu ihren größten Kunden gehören unter anderem Volkswagen, Microsoft, Netflix und Wikipedia. Neun Jahre lang war Schuurman CEO von Elastic. Im Oktober 2018 ging das Unternehmen an die Börse. Nur zwei Monate später war er Forbes zufolge schon Milliardär. Heute hält er noch rund ein Fünftel der Anteile. An der New Yorker Börse wird die Aktie derzeit bei rund 170 Dollar gehandelt. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 427 Millionen Dollar Umsatz, ist aber noch defizitär.

Zuvor, Mitte der 2000er-Jahre, hatte der Niederländer bereits ein anderes Start-up mitbegründet: Springsource. Auch diese Firma verkauften Schuurman und seine Mitgründer nach wenigen Jahren. Das amerikanische Cloud-Computing Unternehmen Vmware – eine Tochter von Dell – übernahm das Holländische Tech-Start-up für 420 Millionen US-Dollar.

Auch in der Medienbranche hat Schuurman inzwischen Fuß gefasst. Er gehört zum Gründungsteam von Atlantis Entertainment. Atlantis produziert und vertreibt Musik, Serien und Werbefilme.

Kontrolleur und selbst ernannter Philanthrop

Schuurman kam 1975 in Deift, Niederlande, zur Welt. Vor seinem ersten Job als Softwareberater studierte er Elektroingenieurswesen. Inzwischen ist der Großspender in keinem seiner Unternehmen mehr operativ tätig. Sondern sitzt in den Aufsichtsräten oder als außerordentliches Mitglied in den Vorständen. Indes hat er sich einem neuen Projekt gewidmet: der Umwelt. Auf seinem LinkedIn Profil beschreibt er sich als Philanthrop. Sein Fokus sind Klimaschutz und Biodiversität. Erst im vergangenen Jahr gründete er die Stiftung "Dreamery Foundation". Damit fördert er insbesondere Projekte, die eigenen Angaben zufolge den kommenden Generationen einen sauberen und bewohnbaren Planeten überlassen sollen.

Darüber hinaus steht er auch der Nonprofit-Organisation FutureNL vor. Dort setzt er sich für die digitale Bildung niederländischer Schulkinder ein. Trotz seines gesellschaftlichen Engagements betont Schuurman, keiner politischen Partei anzugehören. Seine Spenden gingen ausschließlich an solche Parteien, die für ein seiner Meinung nach sinnvolles, langfristiges und schnelles Handeln in der Klimafrage stünden.