Fiskus profitiert von guter Konjunktur Steuerplus deutlich größer als geschätzt

Von mm-newsdesk
Hat gut Lachen: Nicht nur Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann sich über deutlich steigende Steuern freuen

Hat gut Lachen: Nicht nur Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann sich über deutlich steigende Steuern freuen

Foto: AP/dpa

Die Steuereinnahmen sind im Mai deutlich gestiegen. Bund, Länder und Kommunen nahmen im vergangenen Monat 13,6 Prozent mehr ein als im Vorjahresmonat, geht aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor.

Das ungewöhnlich starke Plus (ohne reine Gemeindesteuern) ist aber auch darauf zurückzuführen, dass der Bund vor einem Jahr 2,2 Milliarden Euro Kernbrennstoffsteuer auszahlen musste und der Vorjahreswert deshalb deutlich niedriger ausgefallen war. Ohne diesen Sondereffekt betrug der Anstieg aber immer noch stolze 7,7 Prozent.

Steuerplus der letzten fünf Monate liegt weit über Schätzungen

Nach wie vor profitiert der Fiskus von der stabilen Konjunktur und der guten Beschäftigungslage. So trugen vor allem die Lohnsteuer mit einem Zuwachs von 7,8 Prozent und die Umsatzsteuern mit einem Plus von 6,0 Prozent zum kräftigen Steuerplus bei.

Auch die Einnahmen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungsgewinne legten um fast 60 Prozent zu. Dadurch seien Mindereinnahmen vom Jahresbeginn nun mehr als ausgeglichen worden, hieß es.

Zwischen Januar bis Mai stieg das Steueraufkommen um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Fünf-Monats-Plus liegt damit weiter über dem für das Gesamtjahr zuletzt geschätzten Zuwachs.

Aufschwung soll anhalten

Von der Konjunktur erwartet sich das Ministerium auch künftig Schwung. "Die deutsche Wirtschaft ist gut in das zweite Quartal 2015 gestartet." Die jüngsten Daten signalisierten einen anhaltenden Aufschwung. So gehe es beim Arbeitsmarkt weiter bergauf und auch die Industrie komme wieder besser in Tritt. Impulse dürfte es zudem verstärkt vom Export geben, obwohl es in Schwellenländern wie China nicht mehr so rund laufe wie in der Vergangenheit. Beim privaten Konsum rechnet das Ministerium mit einem verlangsamten Wachstum. Denn die gute Lage am Jobmarkt, die niedrige Inflation und die Aussicht auf höhere Einkommen sorgten zwar für gute Laune bei den Verbrauchern. Allerdings sei der Ölpreis seit Jahresbeginn gestiegen und habe damit das lange Zeit sehr billige Tanken wieder verteuert.

rei/dpa/reuters
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