Donnerstag, 19. September 2019

Fast 7 Prozent plus im Juni Finanzminister nehmen deutlich mehr Steuern ein

Der florierende Arbeitsmarkt hat den Bundesfinanzminister Olaf Scholz und seinen Länder-Kollegen im Juni deutlich mehr Steuern in die Kassen gespült
Pascal Rossignol / REUTERS
Der florierende Arbeitsmarkt hat den Bundesfinanzminister Olaf Scholz und seinen Länder-Kollegen im Juni deutlich mehr Steuern in die Kassen gespült

Die Finanzminister von Bund und Ländern können sich über satte Steuermehreinnahmen im Juni freuen: Der Zuwachs betrug 6,8 Prozent, insgesamt wurden 80,7 Milliarden Euro eingenommen. Besonders deutlich waren die Steigerungsraten bei der Umsatz- und Lohnsteuer. Beides dürfte auf den florierenden Arbeitsmarkt zurückgehen. Das geht aus dem Montag veröffentlichten Juni-Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor

Auf das gesamte erste Halbjahr gerechnet kletterten die Steuereinnahmen allerdings nicht mehr ganz so stark. Ohne die Gemeindesteuern nahmen Bund und Länder gut 360 Milliarden Euro ein, 3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Dabei gab es vor allem bei ausschließlich den Ländern zustehenden Steuern ein deutliches Plus von mehr als 5 Prozent. Insgesamt hat die Konjunkturabkühlung aber Spuren hinterlassen. In den Vorjahren waren die Steuereinnahmen oft noch deutlich kräftiger gewachsen.

Für das zweite Quartal, für das noch keine Daten zum Bruttoinlandsprodukt vorliegen, rechnet das Finanzministerium mit einer schwächeren Dynamik. Hauptgrund: Die Industrie wird wegen des von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelsstreits mit China und Europa ausgebremst. Der Konsum bleibt dagegen die Stütze der deutschen Wirtschaft. "Für die kommenden Monate deuten Frühindikatoren eine sich abschwächende Arbeitsmarktentwicklung an", schränkte das Ministerium aber ein.

Die Ausgaben des Bundeshaushalts summierten sich in den ersten sechs Monaten auf 172,5 Milliarden Euro und lagen damit 8,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Unter anderem erhielten Verwaltungen mehr Geld. Es wurde aber auch mehr investiert.

rei/Reuters

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