Statistisches Bundesamt Großhandelspreise mit stärkstem Rückgang seit der Finanzkrise 2008

Der Preisauftrieb im deutschen Großhandel hat sich Ende 2022 weiter abgeschwächt. Im Dezember erhöhten sich die Preise zwar um knapp 13 Prozent im Jahresvergleich, doch zum Vormonat gab es den stärksten Rückgang seit der Finanzkrise 2008.
Auch beim Getreide: Die Preisauftrieb schwächt sich ab

Auch beim Getreide: Die Preisauftrieb schwächt sich ab

Foto: Nariman El-Mofty / dpa / AP

Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel sind im Dezember so stark gefallen wie seit 14 Jahren nicht mehr. Sie gaben um durchschnittlich 1,6 Prozent im Vergleich zum November nach, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. "Einen stärkeren Preisrückgang zum Vormonat gab es zuletzt im Dezember 2008", hieß es dazu. Damals hatte es wegen der weltweiten Finanzkrise sogar ein Minus von 3,1 Prozent gegeben.

Besonders Mineralölerzeugnisse, aber auch Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel sowie landwirtschaftliche Grundstoffe kosteten weniger als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Großhandelspreise um 12,8 Prozent – das ist der geringste Anstieg seit mehr als einem Jahr. Der bisherige Höhepunkt wurde im April mit einem Plus von 23,8 Prozent erreicht – die stärkste Zunahme seit Einführung der Statistik 1962.

Mit der derzeit sinkenden Teuerungsrate mehren sich die Hinweise, dass die Inflation in Deutschland ihren Höhepunkt überschritten haben könnte. Der Großhandel gilt als Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden. Höhere Kosten landen am Ende zumindest teilweise bei den Konsumenten.

18,8 Prozent Preissteigerung im Jahresdurchschnitt

Im Jahresdurchschnitt 2022 wurden die Verkaufspreise um durchschnittlich 18,8 Prozent angehoben. "Insbesondere die Preissteigerungen im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Veränderung gegenüber dem Vorjahr", hieß es dazu. Hier gab es infolge der durch den russischen Einmarsch in die Ukraine ausgelösten Energiekrise einen Anstieg von 50,1 Prozent.

Auch im Großhandel mit chemischen Erzeugnissen (+37,7 Prozent), mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (+32,9) sowie mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (+32,6) sowie mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug (+21,7) stiegen die Preise im Jahresdurchschnitt erheblich.

hr/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.