Samstag, 20. Juli 2019

Offener Brief am Weltfrauentag Sheryl Sandberg und Beyoncé schreiben Merkel

Sängerin Beyoncé (mit Ehemann Jay-Z): "Armut ist sexistisch"
"Armut ist sexistisch" - zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Entwicklungsorganisation One zum Weltfrauentag an diesem Sonntag. Demnach hätten Frauen in den ärmsten Ländern der Welt nicht den gleichen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, zu landwirtschaftlichen Gerätschaften und zu Saatgut wie Männer. Gäbe man Frauen in der Landwirtschaft den gleichen Zugang zu Produktionsmitteln wie Männern, würde die Zahl der chronisch Hungernden weltweit um 100 bis 150 Millionen sinken, besagt der Bericht.

Deswegen haben sich nun 35 prominente Frauen mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet. Als Unterzeichner listet die entwicklungspolitische Organisation One auf ihrer Homepage auch Sängerin Lady Gaga, Oskar-Preisträgerin Meryl Streep und Facebook Börsen-Chart zeigen-Chefin Sheryl Sandberg.

Frauen hätten besonders zu leiden unter Rechtsunsicherheit, schlechten Gesundheits- und Bildungssystemen auf der Welt, schreiben die Prominenten auch an die Kommissionspräsidentin der Afrikanischen Union (AU), Nkosazana Dlamini-Zuma. "Wenn wir die Lage der Frauen und Mädchen verbessern, profitieren alle davon", heißt es in dem offenen Brief. "Frauenrechte durchzusetzen heißt, die Rechte aller zu stärken." Von Merkel und Dlamini-Zuma fordern sie mehr Mut zu den Schritten, die notwendig seien, um die extreme Armut bis 2030 zu beseitigen.

"Mütter investieren in ihre Töchter und Söhne und stärken das Gemeinwesen", erklärte Sandberg, die die Kampagnenorganisation One im Kampf gegen die Armut unterstützt.

Auch die deuschte Schauspielerin und One-Botschafterin Maria Furtwängler sagte zum Kampagnenstart: "Die Bundeskanzlerin trägt dieses Jahr als G7-Gastgeberin eine besondere Verantwortung, Frauen in den Mittelpunkt bei der internationalen Armutsbekämpfung zu rücken." Für eine Frau in Sierra Leone sei es 157-mal wahrscheinlicher, bei der Geburt ihres Kindes zu sterben, als für eine Frau in Deutschland, so Furtwängler. Fotos und Botschaften der Kampagne verbreitet One unter dem Hashtag #mut2015 auf Twitter.

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