Donnerstag, 12. Dezember 2019

Clemens Tönnies bleibt bei Schalke und nimmt lediglich Auszeit Alles halb so schlimm?

 "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren": Clemens Tönnies hat sich für diese Aussage entschuldigt - und kann damit weiter Aufsichtsratschef
Tim Rehbein/ DPA
"Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren": Clemens Tönnies hat sich für diese Aussage entschuldigt - und kann damit weiter Aufsichtsratschef

Trotz seiner harsch kritisierten Aussagen über Afrikaner und des daraus resultierenden Rassismus-Vorwurfs darf der Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies weitermachen. Der 63 Jahre alte Unternehmer werde sein Amt für drei Monate ruhen lassen und danach seine Tätigkeit im Aufsichtsrat wieder aufnehmen, teilte der Fußball-Bundesligist aus Gelsenkirchen am Dienstag kurz vor Mitternacht mit.

Zuvor hatte der Ehrenrat stundenlang beraten. Spekulationen über einen möglichen Rücktritt oder auch eine Amtsenthebung bewahrheiteten sich damit nicht.

Vorzuwerfen sei Tönnies, "gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben". Tönnies habe diese Pflichtverletzung "eingeräumt und ein weiteres Mal sein Bedauern zum Ausdruck gebracht."

Das Gremium kam gleichwohl zu dem Ergebnis, "dass der gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des S04, Clemens Tönnies, erhobene Vorwurf des Rassismus unbegründet ist", wie es in der Mitteilung hieß.

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn in der Vorwoche Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte Tönnies.

Auf Schalke ist Diskriminierung von Afrikanern kein Rassismus

Tönnies habe den Verstoß eingeräumt "und ein weiteres Mal sein Bedauern zum Ausdruck gebracht". Der Ehrenrat begrüße die Haltung und nehme "beide Erklärungen zustimmend zur Kenntnis", hieß es in der Mitteilung des Clubs weiter.

Schon vor der Entscheidung hatte der Persönliche Afrikabeauftragte von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Günter Nooke (CDU), eine ehrliche Debatte zu dem Thema gefordert. "Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sind real und darüber muss gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden", sagte Nooke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch).

Zugleich betonte er: "Leider erschweren Sätze wie die von Herrn Tönnies jede konstruktive Diskussion. Wir müssen uns alle um eine angemessene Sprache bemühen. Jeder sollte sich mit Respekt behandelt fühlen."

Tönnies ist seit 2001 Aufsichtsratschef des FC Schalke 04 und war erst vor wenigen Wochen von den Mitgliedern wiedergewählt worden. Zahlreiche Prominente aus Politik und Sport hatten Tönnies' verbalen Fehltritt kritisiert, andere wie Ex-Trainer Huub Stevens oder der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel dagegen nahmen Tönnies in Schutz.

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