Reise nach Katar Habeck bei Gaslieferungen zuversichtlich

Die Sorge vor einem Stopp russischer Gaslieferungen ist weiter groß. Nun reist der Wirtschaftsminister Robert Habeck nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate, um neue Gaslieferanten zu gewinnen.
Vor der Reise nach Katar: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zeigt sich optimistisch

Vor der Reise nach Katar: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zeigt sich optimistisch

Foto: TOBIAS SCHWARZ / AFP

Vor seiner Reise nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate hat sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52) optimistisch gezeigt, neue Gaslieferanten für Europa gewinnen zu können. "Wir zielen vor allem darauf, dass wir in Deutschland LNG-Terminals aufbauen – die brauchen neue Verträge und da bin ich guter Dinge, dass die Summe der Gespräche, die wir führen – Norwegen, die USA, Kanada, Katar – dazu führen wird, dass wir dann auch neues, also mehr Flüssiggas nach Europa und auch nach Deutschland bekommen", sagte der Grünen-Politiker am Freitag.

Habeck reist von Samstag bis Montag nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Ziel ist es, die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern und die Gaslieferungen auf eine breitere Grundlage zu stellen.

Mehr Flüssiggas-Lieferungen (LNG) seien für die Versorgungssicherheit deutscher Unternehmen ganz entscheidend, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben (63). "Katar hat das Potenzial, mit zusätzlichen Mengen teilweise russische Gaslieferungen zu ersetzen." Wansleben forderte in diesem Zusammenhang eine Beschleunigung der Genehmigungs- und Bauverfahren für LNG-Terminals in Deutschland. Timm Kehler vom Branchenverband Zukunft Gas wies darauf hin, dass aktuell ein Großteil des LNG aus Katar in den asiatisch-pazifischen Raum gehe. "Europa wird hier also in einen Preiswettbewerb mit Asien eintreten."

Unterdessen fließt weiter russisches Erdgas nach Europa. Nach zwei Tagen etwas geringerer Liefermengen sollten am Freitag 105,1 Millionen Kubikmeter durch die Ukraine gepumpt werden, wie ein Sprecher des Staatskonzerns Gazprom der Agentur Interfax zufolge sagte. Den zwischenzeitlichen Rückgang hatte Gazprom mit geringeren Bestellungen europäischer Kunden begründet.

Die Bundesnetzagentur bestätigte am Freitag Gespräche mit Industrie und Energiewirtschaft zur Krisenvorbereitung für den Fall einer Gasversorgungskrise. Anlass der Gespräche sei die Vorbereitung für den Fall unvermeidbarer Abschaltungen der Industrie, teilte die Behörde mit. "Haushaltskunden unterliegen in einer solchen Situation einem besonderen gesetzlichen Schutz und werden vorrangig versorgt", betonte ein Sprecher.

sio/dpa