Donnerstag, 21. November 2019

Rentenversicherung Stabile Beiträge, steigende Renten

Im Moment läuft alles rund bei der Rente: Dank der guten Beschäftigung fließt genug Geld in die Kassen. Die Arbeitnehmer können die nächsten Jahre mit stabilen Beiträge rechnen, für die Rentner ist auch eine ordentliche Steigerung ihrer Bezüge möglich.
Arno Burgi/DPA
Im Moment läuft alles rund bei der Rente: Dank der guten Beschäftigung fließt genug Geld in die Kassen. Die Arbeitnehmer können die nächsten Jahre mit stabilen Beiträge rechnen, für die Rentner ist auch eine ordentliche Steigerung ihrer Bezüge möglich.

Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und mehr freiwillige Einzahler füllen die deutsche Rentenkasse. Der Beitragssatz sollte die nächsten drei bis vier Jahre nicht steigen, ist die Deutsche Rentenversicherung überzeugt. Rentner in West und Ost können sich ab Juli über eine satte Steigerung ihrer Bezüge freuen.

Angesichts gut gefüllter Rentenkassen erwartet die Deutsche Rentenversicherung keine Erhöhung der Beitragssätze bis ins Jahr 2023 einschließlich. Danach müsse der Beitragssatz allerdings von derzeit 18,6 Prozent auf 19,5 angehoben werden, sagte die Bundesvorstandsvorsitzende Annelie Buntenbach am Donnerstag. Vor der in Bochum tagenden Bundesvertreterversammlung berichtete sie über die derzeit "sehr solide Finanzlage" der gesetzlichen Versicherung und gab einen Ausblick auf die weitere Entwicklung in den kommenden Jahren.

2018 hat die gesetzliche Rentenversicherung demnach mehr eingenommen als ausgeben. Dank guter Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und gestiegener Löhne seien die Einnahmen aus Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent gestiegen. "Der Überschuss der Rentenversicherung lag 2018 bei 4,4 Milliarden Euro", teilte Buntenbach mit. Daraus werden Rücklagen gebildet.

Ein weiterer Grund für die gute gut gefüllte Rentekasse: Immer mehr Menschen zahlen freiwillig zusätzliche Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung, um im Alter eine höhere Rente zu bekommen oder ohne Abschläge vorzeitig in Rente gehen zu können. Danach hat sich die Summe der Zahlungen innerhalb von drei Jahren mehr als verachtfacht. Grund ist eine Gesetzesänderung: Seit Juli 2017 können Versicherte bereits ab dem 50. Lebensjahr solche freiwilligen Zahlungen leisten und nicht erst - wie zuvor - ab dem 55. Lebensjahr.

3,2 Prozent mehr Rente im Westen, 3,9 Prozent mehr Rente im Osten

Auch Rentner sollen von der guten wirtschaftlichen Lage profitieren: Die Renten steigen zum ersten Juli spürbar um 3,18 Prozent im Westen und 3,91 Prozent im Osten. Diese Anpassung hatte der Bundesrat bereits Anfang Juni gebilligt.

Die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage bewege sich mit 38,2 Milliarden Euro in etwa auf Vorjahresniveau, teilte Buntenbach weiter mit. Es sei jedoch in den kommenden Jahren mit einem Abschmelzen des Polsters zu rechnen, da die geburtenstarken Jahrgänge sich dem Rentenalter nähern.

Die große Koalition hatte sich in ihrem Rentenpaket bereits darauf festgelegt, dass die Beitragssätze bis 2025 nicht über 20 Prozent steigen sollen. Mit der Frage, wie die Rente auch darüber hinaus finanzierbar bleibe und dennoch ein ausreichendes Sicherungsniveau gewährleiste, befasst sich derzeit die Rentenkommission. Anfang nächsten Jahres soll sie Bericht erstatten. Angesichts der "unübersichtlichen politischen Lage" sei es noch völlig offen, welche Schlüsse die Bundesregierung aus diesem Bericht ziehen werde, so Buntenbach

rei/dpa-afx

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