Konjunktur Viele Online-Händler kassieren reduzierte Mehrwertsteuer ein

Weniger Mehrwertsteuer - mehr Konsum. Eine Auswertung zeigt nun, dass diese Rechnung ohne viele Online-Händler gemacht wurde. Sie nutzen die reduzierte Steuer offenbar, um ihre Ergebnisse zu verbessern.
Aufgepasst, Peter Altmaier: So geht die gesenkte Mehrwertsteuer an den Konsumenten vorbei.

Aufgepasst, Peter Altmaier: So geht die gesenkte Mehrwertsteuer an den Konsumenten vorbei.

Foto: Kay Nietfelt/dpa

Online-Händler geben die Anfang Juli eingeführte Mehrwertsteuersenkung offenbar kaum an ihre Kunden weiter. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Idealo für die "Welt am Sonntag" senkten die 100 umsatzstärksten Online-Shops die Preise im Juli im Durchschnitt nur um 0,77 Prozent. Es verringerten sich zwar bei 78 Shops die Preise im Vergleich zum Juni, aber nur bei acht davon durchschnittlich um mehr als zwei Prozent.

Wäre die Senkung des regulären Steuersatzes von 19 Prozent auf 16 Prozent komplett weitergegeben worden, hätte das Minus dem Bericht zufolge bei 2,52 Prozent liegen müssen. Bei reinen Lebensmittel- und Buchversendern, für die der reduzierte Satz momentan nun bei fünf statt sieben Prozent liegt, müsste der Nachlass demnach 1,87 Prozent betragen.

Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für ein halbes Jahr ist Teil des Konjunkturpakets der Bundesregierung zur Abfederung der wirtschaftlichen Corona-Folgen. Der Mehrwertsteuersteuersatz beträgt bis Ende des Jahres statt 19 nur noch 16 Prozent. Der ermäßigte Steuersatz sank von sieben auf fünf Prozent.

Zuletzt war bereits bekannt geworden, dass die US-Kaffeekette Starbucks die reduzierte Mehrwertsteuer nutzen will, um die eigenen Profite zu steigern.

soc/dpa
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