Reaktionen auf Anschlag in Berlin "Wir trauern um die Toten"

Donald Trump: Die zivilisierte Welt muss nach Meinung des künftigen US-Präsidenten "ihr Denken ändern"

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Attacke auf Weihnachtsmarkt: "Ein schlimmer Abend für Berlin"

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Bundespräsident Joachim Gauck hat sich tief betroffen über das "schreckliche Geschehen" auf einem Berliner Weihnachtsmarkt mit mindestens zwölf Toten geäußert. "Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt", sagte Gauck. "Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten." Er danke den Helfern und Sicherheitskräften für ihren Einsatz.

Regierungssprecher Steffen Seibert teilte über Twitter mit: "Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann". Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte, er sei unmittelbar nach dem schrecklichen Vorfall auf dem Berliner Weihnachtsmarkt unterrichtet worden. Der CDU-Politiker weiter: "Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls."

Ähnlich äußerten sich weitere Spitzenpolitiker im In- und Ausland. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Ich bin tief erschüttert über die schrecklichen Nachrichten von den Ereignissen an der Berliner Gedächtniskirche." Der SPD-Politiker warnte vor voreiligen Schlussfolgerungen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die derzeit in Mali ist, sprach von "bestürzenden Nachrichten" aus Deutschland. "Wir wissen auch nur das, was wir über die frei zugänglichen Medien in der Kürze erfahren konnten", sagte sie auf einem Empfang in der deutschen Botschaft in Bamako. Die Gäste bat von der Leyen um einen Moment des Gedenkens für die Opfer.

Justizminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich ebenfalls betroffen: "Wir trauern mit den Angehörigen", schrieb er bei Twitter. Dort äußerte sich auch SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel: "Wir trauern. Unsere Gedanken sind bei den Opfern in Berlin und ihren Angehörigen." SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann twitterte: "Bin entsetzt und schockiert. Meine Gedanken sind bei den Toten und ihren Angehörigen. Das ist ein grauenhafter Anschlag." Der SPD-Politiker Martin Schulz schrieb: "Schreckliche Nachrichten aus Berlin. Gedanken bei Familien und Freunden der Opfer, wünsche Verletzten zügige Genesung, Einsatzkräften viel Kraft."

Berlins Bürgermeister Michael Müller rief zur Ruhe auf. Die Situation sei unter Kontrolle, Krankenhäuser wie die Charité seien darauf eingestellt, viele Verletzte aufzunehmen, sagte der SPD-Politiker im Rundfunk Berlin-Brandenburg. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Verletzten."

Video einer Augenzeugin vom Berliner Weihnachtsmarkt (Stand: Montagabend)

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Reaktionen aus dem Ausland

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Attacke auf Weihnachtsmarkt: "Ein schlimmer Abend für Berlin"

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Die USA haben den tödlichen Zwischenfall scharf verurteilt, der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Ned Price, sagte, es habe sich vermutlich um einen terroristischen Anschlag gehandelt. Man habe der deutschen Regierung Unterstützung angeboten. Den Opfern und ihren Angehörigen gelte tief empfundenes Mitgefühl. Dieses wolle man auch der Bundesregierung und den Deutschen übermitteln.

Der designierte US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Ereignisse auf dem Berliner Weihnachtsmarkt als einen "schrecklichen Terrorangriff". "Unschuldige Zivilisten wurden auf der Straße ermordet, als sie sich gerade anschickten, die Weihnachtsferien zu feiern", erklärte Trump in einer Mitteilung.

"Regelmäßig schlachten der Islamische Staat und andere islamistische Terroristen Christen in ihren Gemeinden ab", erklärte Trump weiter. Diese Terroristen, ihre regionalen und weltweiten Netzwerke müssten vom Erdboden getilgt werden: "Ein Auftrag, den wir gemeinsam mit allen freiheitsliebenden Partnern durchführen werden."

Zum Zeitpunkt der Mitteilung Trumps war in Berlin zwar von einem möglichen Anschlag die Rede, nicht aber von einem islamistischen Hintergrund. Auf Twitter erklärte Trump: "Heute gab es Anschläge in der Türkei, in der Schweiz und in Deutschland, und es wird immer schlimmer. Die zivilisierte Welt muss ihr Denken ändern!"

Frankreichs Präsident François Hollande zeigte sich betroffen. "Die Franzosen teilen die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft." Premierminister Bernard Cazeneuve schrieb bei Twitter auf Deutsch: "Ganz Frankreich steht an Deutschlands Seite."

Solidaritätsbekundungen kamen auch aus Nizza, wo im Juli 86 Menschen bei einem Lastwagen-Attentat ums Leben gekommen waren. "Horror in Berlin. Unterstützung für den Bürgermeister von Berlin und das deutsche Volk. Nie wieder das", sagte der führende konservative Regionalpolitiker Christian Estrosi.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker drückte nach dem möglichen Anschlag in Berlin ebenfalls sein Mitgefühl aus. "Meine Gedanken und die der gesamten Europäischen Kommission sind bei den Familien und Angehörigen all jener, die in Berlin getötet und verletzt wurden", teilte Juncker mit. "Diese Nachricht erschüttert uns umso mehr, weil sie dort zusammengekommen waren, um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden. Wir sind mit den Opfern in tiefer Trauer verbunden."

Österreichs Bundeskanzler Christian Kern sagte: "Nach genauer Analyse brauchen wir besonnene, konsequente Antworten." Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen, so Kern. Auch Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Außenminister Sebastian Kurz äußerten auf Twitter ihr Entsetzen und kondolierten den Familien der Opfer. Innenminister Wolfgang Sobotka sagte: "Europa wird mehr denn je zusammenhalten, um Angriffe auf unsere Gesellschaft zu verhindern."

max/dpa/AFP
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