Montag, 27. Mai 2019

Mehr Steuereinnahmen Raucher füllen Fiskus verstärkt die Kasse

Mehr Steuereinnahmen durch Raucher: Dabei ist die Menge der unversteuerten Zigaretten gesunken

Der Fiskus kassiert bei Rauchern kräftig ab, was Zigaretten auch 2016 verteuern wird. Dabei werden hierzulande immer weniger versteuerte Glimmstengel verkauft. Dafür gibt es zwei Gründe.

Wiesbaden - Deutschlands Raucher haben dem Staat von Juli bis September 2014 mehr Steuereinnahmen eingebracht als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden in dieser Zeit Tabakwaren im Verkaufswert von 6,8 Milliarden Euro versteuert, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das waren 49 Millionen Euro oder 0,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Das Plus ist aber vor allem auf die Preiserhöhungen für Zigaretten im August zurückzuführen, die ihrerseits eine Folge der Steuererhöhungen zum Jahresbeginn waren. Denn die Menge der versteuerten Zigaretten sank binnen Jahresfrist um 2,2 Prozent auf 21,5 Milliarden Stück. Für Raucher dürfte es bis 2016 noch teurer werden, denn weitere Steuererhöhungen sind geplant.

Viele unversteuerte Zigaretten im Land bereiten Branche Probleme

Auch wenn die Menge der versteuerten Zigaretten gesunken ist, sagt das nur begrenzt etwas über das Rauchverhalten aus. Denn nach Erhebungen des Deutschen Zigarettenverbands (DZV) wird fast jede fünfte Zigarette, die hierzulande geraucht wird, nicht in Deutschland versteuert. Zum Teil deckten sich Raucher ganz legal auf Reisen im Ausland ein, zum Teil handele es sich aber auch um gefälschte Schmuggelware.

Insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern sei die Lage gravierend: "Das kriminelle Geschäft mit illegalen Zigaretten ist ein echtes Problem für uns", sagte DZV-Geschäftsführer Jan Mücke. Etwa in Berlin werde fast jede zweite gerauchte Zigarette (45,7 Prozent) nicht im Inland versteuert.

Selberdrehen geht zurück

Die Statistiker in Wiesbaden stellten weiter fest, dass Deutschlands Raucher weniger Tabak zum Selberdrehen kauften: Der Absatz des versteuerten Feinschnitts sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,0 Prozent auf 6900 Tonnen. Zigarren und Zigarillos wurden dagegen häufiger verkauft, hier gab es ein Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Absatz von Pfeifentabak stieg um 15,6 Prozent auf 342 Tonnen.

rei/dpa

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