Corona-News PCR-Tests sollen rationiert werden

Nahezu 250.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden überfordern die Labore in Deutschland, die Corona-Inzidenz steigt bundesweit erstmals auf mehr als 1300. PCR-Tests werden daher in Kürze vornehmlich für bestimmte Risikogruppen reserviert. Die wichtigsten Corona-News.
PCR-Labor in Dessau-Roßlau: PCR-Tests können binnen drei Stunden analysiert werden, doch angesichts Neuinfektionszahlen von fast 250.000 binnen 24 Stunden sind die Labore in Deutschland überfordert

PCR-Labor in Dessau-Roßlau: PCR-Tests können binnen drei Stunden analysiert werden, doch angesichts Neuinfektionszahlen von fast 250.000 binnen 24 Stunden sind die Labore in Deutschland überfordert

Foto: Waltraud Grubitzsch / dpa

Die geplante Priorisierung von PCR-Tests rückt näher. Entsprechende Änderungen der Corona-Testverordnung sind in den letzten Abstimmungen zwischen Bund und Ländern, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag erfuhr. Ein Entwurf, der vom Bundesgesundheitsministerium an Länder und Verbände verschickt wurde, sieht vor, dass Labore künftig vorrangig Proben von Risikogruppen, Beschäftigten in Kliniken, Praxen, in der Pflege und in Einrichtungen und Diensten der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung untersuchen sollen.

Wer zu einer Risikogruppe oder zu den genannten Beschäftigtengruppen gehört, wird das voraussichtlich mit einem ärztlichen Attest beziehungsweise einer Mitarbeiterbescheinigung nachweisen müssen. Beim Test soll das dann entsprechend vermerkt werden, sodass das Labor die Probe bevorzugt untersucht. Andere Personengruppen wären damit zwar nicht von PCR-Tests ausgeschlossen, es könnte aber sein, dass sie durch die Priorisierung länger auf ihr Ergebnis warten müssen. Entfallen soll für die große Masse zumindest vorübergehend der Anspruch auf einen PCR-Bestätigungstest nach einem positiven Corona-Schnelltest. "Eine regelhafte bestätigende PCR-Testung" werde "zunächst ausgesetzt", heißt es in dem Entwurf.

Bundesweite Aufhebung von 2G im Einzelhandel gefordert

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert eine bundesweite Aufhebung der 2G-Regel im Einzelhandel. "Es ist ungerecht, wenn der eine Einzelhändler die 2G-Regel kontrollieren muss und der andere nicht, wenn der eine Händler wegen 2G Umsatz verliert und der andere nicht", sagt Dulger der "Rheinischen Post" einem Vorabbericht zufolge. "Deshalb plädieren wir für eine bundesweit einheitliche Aufhebung." In einigen Bundesländern hätten die Gerichte wegen der Ungleichbehandlung schon reagiert und die 2G-Regel im Einzelhandel gekippt.

Intensivmediziner gegen schnelle Corona-Lockerungen

Intensivmediziner warnen bei vorschnellen Lockerungen vor einer "Achterbahnfahrt" der Corona-Infektionszahlen: "Lockerungen der Corona-Maßnahmen, wie sie jetzt einige Bundesländer angekündigt haben, kommen zu früh", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben). Die aktuellen Maßnahmen hätten dazu geführt, dass sich die Omikron-Welle in Deutschland langsamer und nicht so steil entwickele wie in anderen Ländern. Dieser Erfolg dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. "Bund und Länder sollten damit warten, bis die Infektionszahlen stabil über mehrere Tage zurückgehen. Es wäre fatal, wenn wir durch zu frühe Lockerungen in eine Achterbahnfahrt mit erneut steigenden Infektionszahlen gerieten", warnte Marx.

Im März keine Corona-Beschränkungen mehr?

Befürworter einer Lockerung von Corona-Beschränkungen hingegen dringen auf vorbereitende Schritte. Sie begründen dies mit den bislang weniger schweren Krankheitsverläufen in der Omikron-Welle. Wenn Mitte Februar tatsächlich ein Rückgang der Omikron-Variante festgestellt werde, stelle sich die Frage, ob es die Einschränkungen im Frühjahr und Sommer überhaupt noch brauche, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner. Er hält es für möglich, dass Maßnahmen im März komplett wegfallen könnten.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert bereits jetzt einen Öffnungsplan. "Was wir jetzt brauchen, istein Plan, wie wir schrittweise und an Parametern orientiert lockern", sagte Gassen der "Rheinischen Post" (Freitag). Deutschland müsse lernen, mit Corona zu leben. "Manche meinen, die Pandemie sei erst vorbei, wenn keiner mehr an Corona stirbt. Das ist ein Irrtum: Corona wird wohl dauerhaft Teil des Krankheitsgeschehens bleiben." Bei der Influenza gebe es auch stets neue Varianten, in manchen Jahren Zehntausende Tote. "Das müssen wir auch bei Corona akzeptieren und zugleich weiter Impfungen für Risikogruppen anbieten", sagte Gassen weiter.

Spanien hebt Maskenpflicht im Freien auf

Menschen in Spanien müssen ab kommender Woche keine Corona-Schutzmasken mehr im Freien tragen. Dies sagte am Freitag Gesundheitsministerin Carolina Darias in einem Rundfunkinterview. Die Lockerung solle ab kommenden Dienstag gelten. Spanien hatte die Maskenpflicht Ende Dezember auch im Freien wieder angeordnet. Damit sollte die bereits sechste Corona-Welle im Land eingedämmt werden, die von der hochansteckenden Omikron-Variante getrieben wurde.

Fast 250.000 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1350

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet mit 248.838 Positiv-Tests binnen 24 Stunden einen neuen Höchstwert. Das sind 58.690 Fälle mehr als am Freitag vor einer Woche, als 190.148 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf einen Rekordstand von 1349,5 von 1283,2 am Vortag.

170 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 118.504. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 10,67 Millionen Corona-Tests positiv aus.

mit Nachrichtenagenturen
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