Mittwoch, 22. Mai 2019

Schloss Hachenburg Die Originaldokumente: Wie die Bundesbank um ihre Schloss-Schule kämpft

Immer schreibbereit: Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in seinem Büro.

Exakt 37.636 Euro kostet die Bundesbank jeder Studierende pro Jahr auf der hauseigenen Hochschule. Damit geben die Frankfurter deutlich mehr aus als viele private Universitäten. Und teurer als die Hochschulen anderer öffentlicher Institutionen zur Ausbildung des Nachwuchs für den gehobenen Dienst ist das sowieso, wie der Bundesrechnungshof in einem Brief an die Notenbanker rügt.

Ein besonders sperriger Kostenblock ist dabei das Lehrgebäude selbst: Der Unterhalt des Schlosses Hachenburg verschlingt pro Jahr allein 3,1 Millionen Euro. Was die Kostenwächter zudem nervt: Die Bundesbank weiß schon lange von ihrer diskussionswürdigen Ausnahmestellung - und hat bislang trotzdem nichts unternommen.

So steht der Streit um die Schloss-Schule stellvertretend für die Identitätskrise der Bundesbank. Einst eine der einflussreichsten Institutionen der Bundesrepublik, hat sie inzwischen Kompetenzen und Interpretations-Monopole an die Europäische Zentralbank und die Finanzaufsicht BaFin verloren. Dennoch kämpft die Bundesbank-Führung um den Präsidenten Jens Weidmann darum, die Insignien der einstigen Ausnahmestellung zu erhalten.

Einen seltenen Einblick, wie die Frankfurter das versuchen, gewähren die Dokumente von Bundesrechnungshof und Bundesbank-Vorstand rund um den Streitfall Schloss Hachenburg. Wir dokumentieren sie deswegen nachfolgend.

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