Mittwoch, 27. Mai 2020

"Passt wie angegossen" Peugeot-Chef will Zusagen an Opel-Mitarbeiter einhalten

PSA-Chef Carlos Tavares

Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen will sich bei einem möglichen Zusammenschluss mit Opel an Zusagen an die Arbeitnehmer halten. Der PSA-Konzern bekräftigte am Dienstag sein Versprechen, bestehende Tarifverträge bei dem Rüsselsheimer Autobauer einzuhalten. Der konstruktive Dialog mit den Betriebsparteien solle fortgesetzt werden.

SA-Chef Carlos Tavares warb bei den Arbeitnehmern der GM-Tochter erneut um Vertrauen. Der von Peugeot mit den französischen Gewerkschaften gepflegte Dialog passe "wie angegossen zu der deutschen Mitbestimmung".

Die Zusagen bildeten den Grundstein für weitere Gespräche mit PSA, erklärte Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Im Rahmen der Gespräche über einen Kauf von Opel und Vauxhall durch PSA hatten sich Tavares und PSA-Personalvorstand Xavier Chereau mit IG-Metall-Chef Jörg Hofmann und Schäfer-Klug am Montag getroffen. Dabei habe Tavares glaubhaft vermittelt, dass er an einer nachhaltigen Entwicklung für Opel und der britischen Schwester Vauxhall als eigenständiges Unternehmen interessiert sei, sagte Schäfer-Klug.

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Der für Opel zuständige IG-Metall-Bezirk Mitte bezeichnete die Zusagen von Peugeot ebenfalls als wichtiges Signal. Diese seien Grundlage für einen möglichen Zusammenschluss der beiden Unternehmen.

Bereits zuvor hatte es Insidern zufolge Signale von Peugeot gegeben, die deutschen Produktionsstandorte in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach sowie das Ersatzteilzentrum in Bochum zu erhalten und bis Ende 2018 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen.

Die bei der Opel-Sanierung vor einigen Jahren vereinbarten Produktionszusagen für die einzelnen Standorte reichen nach Gewerkschaftsangaben teilweise bis Ende 2020. Zudem sei die Auslastung des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim für mehrere Jahre zugesichert worden.

Berater: "PSA kann bei Opel locker 10.000 Arbeitsplätze wegstreichen"

Eine Gelegenheit, sich zu den Plänen für den Zusammenschluss mit Opel zu äußern hat Peugeot-Chef Tavares am Donnerstag bei der Präsentation der Geschäftszahlen des französischen Autobauers für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Der US-Autobauer General Motors verhandelt bereits seit einiger Zeit mit PSA über den Verkauf von Opel, um sich aus dem verlustreichen Europa-Geschäft zurückzuziehen. Während in Deutschland die Furcht vor einem Personalabbau nach den Beschäftigungszusagen durch PSA abnimmt, gibt es in Großbritannien nach wie vor große Sorgen. Die Gewerkschaft Unite befürchtet, dass eine der beiden Fabriken in Ellesmere Port und Luton dichtgemacht werden könnte.

rei/dpa-afx

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