Wer Olaf Scholz begleitet Fliegen ein Kanzler und zwölf Manager nach China

Zwölf Bosse deutscher Unternehmen besuchen an diesem Freitag mit dem Bundeskanzler Peking. Es ist ein heikler Kurztrip für alle. Wer ist mit an Bord der Regierungsmaschine? Und was steht jeweils auf dem Spiel?
Reisegenossen: Bundeskanzler Olaf Scholz und Siemens-Boss Roland Busch sind sich zuletzt häufiger begegnet, nun fliegen sie gemeinsam nach Peking

Reisegenossen: Bundeskanzler Olaf Scholz und Siemens-Boss Roland Busch sind sich zuletzt häufiger begegnet, nun fliegen sie gemeinsam nach Peking

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Clemens Bilan / EPA

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Es ist nur ein Kurzbesuch, aber die ganze Welt schaut zu. Seit nun fast drei Jahren, seit dem Coronaausbruch in Wuhan Ende 2019, wird Bundeskanzler Olaf Scholz (64; SPD) an diesem Freitag der erste Repräsentant einer liberalen Demokratie sein, der vom chinesischen Staatschef Xi Jinping (69) empfangen wird. Angesichts der geopolitischen Spannungen geht es um schwierige Themen – auch das Verhältnis zu China war zuletzt alles andere als entspannt. Zentrales Thema unter anderem: die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Mit im Regierungsflieger sitzt daher auch eine ganze Garde deutscher Topmanagerinnen und Topmanager. Zwölf auserkorene Frauen und Männer haben ein Ticket für den Sonderflug von Berlin nach Peking erhalten. Und genauso wie für Scholz ist es auch für sie ein heikler Trip.

Standen bei früheren Staatsbesuchen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt oft neue Milliardendeals im Fokus, stellen sich nun sehr grundsätzliche Fragen. Im Kern: Wie abhängig macht sich die deutsche Industrie von China? Und wie gefährlich ist das? Die politische Debatte hatte öffentlich und in den Unternehmen selbst  zuletzt deutlich an Schärfe gewonnen, sogar eine mögliche Aufspaltung der Konzerne  wird diskutiert, wollen sie weiter in China im Geschäft bleiben.

Kurzfristige Alternativen zu China gibt es kurzfristig ohnehin nicht, wie der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) auf Anfrage mitteilt. "Es ist im Interesse Deutschlands, wenn unsere Industrie weiter mit China wirtschaftlich kooperiert. Gegenseitiger Handel und Investitionen sichern unsere Stabilität und unseren Wohlstand. Politisch und wirtschaftlich ist eine Entkopplung von der Volksrepublik weder wünschenswert noch sinnvoll", so der BDI, dessen Chef Siegfried Russwurm (59) nicht zur Reisegruppe gehört. Grundsätzliche Zweifel an den Wirtschaftsbeziehungen zu China seien auch im Kontext des neuen Systemwettbewerbs die falsche Schlussfolgerung, aber: "Die Antwort auf wirtschaftliche Abhängigkeit ist Resilienz." Die Unternehmen seien schon dabei, ihre Absatz- und Beschaffungsmärkte zu diversifizieren. Nur gehe das nicht von heute auf morgen.

Wie eng das Verhältnis zwischen den Unternehmen und China ist und wie kompliziert die Lage ist, zeigt allein schon der Blick auf die Reisegruppe, die sich um Scholz versammelt hat.

BASF: Der China-Fan

Dialogbereit: BASF-Chef Martin Brudermüller wird Teil der Delegation sein

Dialogbereit: BASF-Chef Martin Brudermüller wird Teil der Delegation sein

Foto: Uwe Anspach/dpa

Fast überflüssig zu sagen, dass BASF-Chef Martin Brudermüller (61) mit Scholz auf Ein-Tages-Tour gehen wird. Bei der Vorlage der Quartalszahlen des weltgrößten Chemiekonzerns äußerte er sich jüngst voller Vorfreude: "Die anstehende Reise ist ein gutes Signal für die Dialogbereitschaft mit China", sagte der Manager.

Für ihn und sein Unternehmen geht es in China um viel. Zehn Milliarden Euro will er bis 2030 in China verbauen. Kurz vor Beginn der Corona-Pandemie hatte er selbst in China noch sein riesiges neues Werk im südchinesischen Zhanjiang eingeweiht. "Das Megaprojekt wird den Erfolg unserer Asien-Strategie fortschreiben", ist Brudermüller überzeugt. Doch intern hatte der Kurs zuletzt einen Kulturkampf ausgelöst : Der Chef würde den Chemiekonzern den Chinesen ausliefern, warnten Topmanager. Der einflussreiche Gewerkschaftschef und BASF-Aufsichtsrat Michael Vassiliadis (69) warnte gar, BASF mache sich in der deutschen Industrie öffentlich zum "Frontrunner" für eine Fortsetzung der bisherigen China-Strategie. "Ich warne davor, alles auf eine Karte zu setzen und die geopolitischen Risiken zu unterschätzen."

Brudermüller indes hält vom China-Bashing, wie er es nennt, nichts. Er rechnet mit weiterem Wachstum  und will dort weiter investieren. "Wir kommen in der Summe zum Schluss, dass es vorteilhaft ist, unser Engagement dort auszubauen." Seine Gesprächspartner in Peking wird das freuen.

Merck: Die Wissenschafts-Expediteurin

Single-Use-Boom in China: Merck-CEO Belén Garijo wird Scholz auf seiner Reise begleiten

Single-Use-Boom in China: Merck-CEO Belén Garijo wird Scholz auf seiner Reise begleiten

Foto: Markus Scholz / dpa

Auch Merck-CEO Belén Garijo (62) wird Scholz auf seiner Reise begleiten und damit ein Unternehmen vertreten, das seit knapp 90 Jahren in China tätig ist. Der Wissenschafts- und Technologiekonzern beschäftigt derzeit rund 4.600 Mitarbeiter an elf Standorten in China. 2021 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro in dem Land – das entsprach einem Anteil von knapp 15 Prozent. "Wir sind uns der derzeitigen geopolitischen Herausforderungen bewusst. Zugleich sind wir davon überzeugt, dass Regierung und Wirtschaft weiter im direkten und konstruktiven Dialog mit China bleiben müssen", erklärt das Unternehmen vor Reisebeginn auf Anfrage.

Merck bedient mit seiner Life-Science-Sparte seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Unterstützung der chinesischen Regierung Kunden aus akademischen Einrichtungen sowie Biopharma- und Diagnostikhersteller. Nach eigenen Angaben will der Darmstädter Konzern über einen Zeitraum von sechs Jahren rund 100 Millionen Euro in den Ausbau des bestehenden Produktionsstandorts in Wuxi investieren. Dadurch sollen die Kapazitäten für die Herstellung sogenannter Single-Use Produkte, Baugruppen für den Einmalgebrauch in der biopharmazeutischen Herstellung, deutlich erhöht werden. In den kommenden fünf Jahren werde der Bioprocessing-Markt in China überdurchschnittlich mit mehr als 20 Prozent jährlich wachsen, verkündete das Unternehmen.

Volkswagen: Der Restaurator

Wachstumsstärkster Automobilmarkt: VW-Chef Oliver Blume wird als Mitglied der Wirtschaftsdelegation teilnehmen

Wachstumsstärkster Automobilmarkt: VW-Chef Oliver Blume wird als Mitglied der Wirtschaftsdelegation teilnehmen

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Auf Einladung des Bundeskanzlers wird auch Volkswagen-Chef Oliver Blume (54) als Mitglied der Wirtschaftsdelegation teilnehmen, wie das Unternehmen bestätigt. Durch die Corona-Pandemie hat es seit fast drei Jahren keine direkten Begegnungen vor Ort mehr gegeben. Nun bietet sich in Peking die Chance für einen persönlichen Meinungsaustausch. Blume werde sich laut einem Volkswagen-Sprecher bei dem Treffen für mehr Unabhängigkeit und Diversifizierung einsetzen. Deglobalisierung und Entkopplung seien jedoch die falschen Antworten auf die Krise.

Für den größten deutschen Autobauer ist China, wo Volkswagen seit 40 Jahren aktiv ist, nach wie vor der wichtigste Einzelmarkt. Der Erfolg des gesamten Konzerns stark davon abhängig – von Januar bis September dieses Jahres hat der Konzern 39 Prozent aller Neuwagen in der Volksrepublik verkauft. In China gibt es mehr als 30 Werke, in denen mehr als 90.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten. Massive Verkaufsprobleme hatten daher zuletzt in Wolfsburg alle Alarmglocken  schrillen lassen.

Der chinesische Markt sei "der mit Abstand größte und perspektivisch wachstumsstärkste Automobilmarkt – insbesondere bei der Elektromobilität und bei der Entwicklung von Technologien für das autonome Fahren", so der Sprecher vor Beginn der Reise. Um von diesen Entwicklungen nicht abgekoppelt zu werden, sei es unverzichtbar, in diesem Markt weiterhin vor Ort vertreten zu sein. Volkswagen will die Marktposition dort nicht nur halten, sondern weiter ausbauen. Blume will noch mehr in technologische Entwicklungen vor Ort investieren – um mit Gewinnen dort auch in Zukunft die deutschen Standorte zu sichern.

BMW: Die China-Abhängigen

Mehr als ein Drittel Direktinvestitionen: BMW-Chef Oliver Zipse sieht China als einen der wichtigsten Handelspartner

Mehr als ein Drittel Direktinvestitionen: BMW-Chef Oliver Zipse sieht China als einen der wichtigsten Handelspartner

Foto: Tobias Hase/DPA

Auf der Liste der mitreisenden Unternehmen ist auch der Autobauer BMW , ob Konzernchef Oliver Zipse (58) selbst mitfliegt, war jedoch bis zuletzt unklar. Der Autobauer will sich nicht zu den Reiseplänen äußern. Klar ist aber: Zusammen mit Volkswagen, BASF und Mercedes steht BMW zwischen 2018 und 2021 für mehr als ein Drittel aller europäischen Direktinvestitionen in China. Knapp fünf Millionen Fahrzeuge verkaufen die großen drei der deutschen Automobilindustrie dort, zusammengerechnet verdienen sie jedes Jahr rund 20 Milliarden Euro in der Volksrepublik.

BMW hält seit Februar 75 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen BMW Brilliance mit dem chinesischen Partner Brilliance. Außerdem hat der Autobauer eine Motoren- und Batteriefabrik in China. Im vergangenen Jahr verkaufte BMW in China rund 846.000 Autos – rund jedes dritte, das der Konzern weltweit verkaufte.

Hipp: Die Gewinner der neuen Familienpolitik

Familienunternehmer: Claus Hipp profitiert vom Baby-Boom in China

Familienunternehmer: Claus Hipp profitiert vom Baby-Boom in China

Foto: DPA

Auch beim Mittelständler Hipp ist nicht klar, wer genau mitfliegt. Fakt ist: Der Hersteller von Babynahrung mit deutschem Sitz im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm hat einen der wichtigsten Absatzmärkte in China. Ausländische Hersteller sind dort begehrt. Nach mehreren Lebensmittelskandalen geben die Chinesen mehrere Milliarden für Babynahrung ausländischer Firmen aus. Vor allem Milchpulver ist begehrt, seit im Jahr 2008 mehr als 300.000 Kleinkinder erkrankten, nachdem sie mit verunreinigtem Milchpulver gefüttert worden waren.

Und noch ein Faktor dürfte das Geschäft der Hipp-Familie, die aktuell zu den 200 reichsten Deutschen  zählt, weiter ankurbeln. Wegen des Endes der Einkindpolitik in China dürften bald Millionen Babys noch mehr Nahrung brauchen. Davon profitiert auch Hipp. Zur bevorstehenden Reise wollte sich das Unternehmen an Anfrage allerdings nicht äußern.

Biontech: Die Ausgebremsten

Impfstoffzulassung: Biontech-CEO Ugur Sahin hatte China früh im Blick

Impfstoffzulassung: Biontech-CEO Ugur Sahin hatte China früh im Blick

Foto: FABIAN BIMMER / REUTERS

Die Teilnahme eines Biontech-Abgesandten im Regierungsflieger zählt eher zu den Überraschungen. Zu Details äußerte sich das Unternehmen nicht. Aber Fakt ist: Das Pharmaunternehmen von Vorstandschef und Gründer Uğur Şahin (57) bemüht sich seit Beginn der Pandemie darum, seinen Coronaimpfstoff auch in China zuzulassen. Biontech hatte Ende 2020 – noch vor dem späteren Deal mit dem US-Giganten Pfizer – eine Vereinbarung mit dem chinesischen Unternehmen Fosun Pharma getroffen , die eine Lieferung von 100 Millionen Dosen vorsah. Doch bis heute bekam das Unternehmen noch keine Genehmigung. In China sind nur Vakzine aus dem eigenen Land erlaubt.

Öffentlich erklärt Biontech seit Langem das Gleiche: Eine Zulassung liege ausschließlich am Ermessen der chinesischen Behörden und man befinde sich in Gesprächen. Der Besuch in Peking könnte nun eventuell Bewegung in die Sache bringen.

Bayer: Der Pharmariese

Big in China: Bayer-Chef Werner Baumann versucht die Marktposition in China zu stärken

Big in China: Bayer-Chef Werner Baumann versucht die Marktposition in China zu stärken

Foto: Sepp Spiegl / imago images

Der Pharmakonzern aus Leverkusen hat ein wichtiges Standbein in China. 2014 investierte das Unternehmen rund 100 Millionen Euro in seine Produktionskapazitäten in Peking, um die Nachfrage nach deutschen Medikamenten zu decken. Im Mai 2022 ließ Chinas Arzneimittelbehörde NMPA zuletzt das Bayer-Medikament Verquvo zu. Es dient zur Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz.

Umsatzzahlen zu China direkt weist Bayer nicht aus. Die Region Asia/Pazifik, zu der eben auch China gehört, sei jedoch mit ihrem "enormen Wachstumspotenzial einer der wichtigsten Zukunftsmärkte", heißt es. Im Jahr 2021 erwirtschaftete Bayer hier mit rund einem Fünftel aller global Beschäftigten rund 8,8 Milliarden Euro Umsatz – auch das entsprach mehr als einem Fünftel.

In China ist Bayer eines der größten internationalen Pharma-Unternehmen mit Produktionsstandorten in Beijing, Guangzhou, Chengdu und Qidong. Neben Medikamenten sind auch Bayers Pflanzenschutzmittel auf dem asiatischen Markt begehrt. Ob Konzernchef Werner Baumann (60) selbst mitfliegt? Das Unternehmen erklärte nur, die Terminkalender der Geschäftsführung wolle man nicht kommentieren.

Siemens: Der älteste Handelspartner

Gute Connections: Siemes-Chef Roland Busch, hier mit Olaf Scholz, arbeitet gerade an einem Mega-Projekt in China

Gute Connections: Siemes-Chef Roland Busch, hier mit Olaf Scholz, arbeitet gerade an einem Mega-Projekt in China

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Clemens Bilan / EPA

Siemens-Boss Roland Busch (57) sitzt in jedem Fall mit Scholz im Flieger. Siemens ist bereits seit 1872 in China tätig und hat derzeit besonders große Pläne im Land. Von den gesamt 17,9 Milliarden Euro Umsatz im dritten Quartal 2022 setzte das Unternehmen 2,3 Milliarden Euro in dem Land um. Busch ist nun dabei, das Projekt "Marco Polo" auszuarbeiten. Nach Informationen des "Handelsblatt" sollen dabei vor allem Forschung und Verwaltung der wichtigen Sparte "Digital Industries" in China gestärkt werden. Bis 2025 sollen sich die Umsätze der Sparte im Vergleich zu 2020 verdoppeln. Das sind ambitionierte Pläne, für die gute Verbindungen nach Peking nie schaden können.

Busch ist allerdings noch in zweiter Funktion mit dabei. Er ist Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (APA) und vertritt damit auch teilweise die Interessen der gesamten Industrie und des BDI.

Deutsche Bank: Der Haderer

Nach anfänglicher Kollision mit Terminkalender: Deutsche Bank-Chef Christian Sewing reist mit

Nach anfänglicher Kollision mit Terminkalender: Deutsche Bank-Chef Christian Sewing reist mit

Foto: IMAGO/Mike Schmidt

Dass der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank mitfliegt, war zunächst unklar. Von Kollisionen im Terminkalender war die Rede. Christian Sewing (52) zählte ohnehin zuletzt zu denjenigen unter den deutschen Konzernchefs, die sich offen kritisch gegenüber China geäußert hatten. China lasse sich nicht mit Russland gleichsetzen, sagte er. Aber die wachsende Abschottung des Landes, die zunehmenden Spannungen mit den USA und die engen Verflechtungen der deutschen Wirtschaft mit China seien problematisch. Jedes Unternehmen solle anfangen zu überlegen, welche Alternativen es hat.

Nun hat der Mann gut reden. Die Bank sammelte 2021 lediglich ein Vorsteuerergebnis von 89 Millionen Euro in China ein – allein in Indien war es fünfmal so viel. Was genau er nun in China besprechen möchte, wollte das Unternehmen vorab nicht preisgeben.

Wacker: Chemie mit China

Die Chemie stimmt: Vorstandschef Christian Hartel (2.v. rechts) im November 2022 mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck

Die Chemie stimmt: Vorstandschef Christian Hartel (2.v. rechts) im November 2022 mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck

Foto: Sebastian Willnow / dpa

Vorstandschef des Münchener Chemiekonzerns Wacker, Christian Hartel (51), dürfte besondere Interessen am China-Geschäft haben: 2021 übernahm Wacker für 120 Millionen Euro 60 Prozent des chinesischen Silikon-Herstellers Sico Performance Material. Dadurch produziert Wacker die Silikone auch in dem Werk in Wuxi, nahe Shanghai. Hauptkunden des Unternehmens sind Bauindustrie, Automobilbau, Halbleiter- sowie die Elektronikindustrie.

Das Wacker-Werk in Zhangjiagang gehört bereits seit Jahren zu den größten Produktionsstandorten des Konzerns. Von hier aus werden die stark wachsenden asiatischen Märkte mit hochmodernen Fertigprodukten bedient.

Adidas: Der Sportriese

Probleme durch Lockdowns: Adidas-CEO Kasper Rorsted steht vor einer Konjunkturabkühlung in China

Probleme durch Lockdowns: Adidas-CEO Kasper Rorsted steht vor einer Konjunkturabkühlung in China

Foto: Sven Simon / IMAGO

Einst gehörte Adidas zu den beliebtesten westlichen Marken in China. Bereits 2008 eröffnete der Konzern seinen damals weltgrößten Flagship-Store in Peking. Viele weitere Eröffnungen in Chinas Millionen-Metropolen folgten. Inzwischen aber hat Konzernchef Kasper Rorsted (60) ein veritables China-Problem.

Seit der harten Null-Covid-Linie der Regierung ist es für viele nahezu unmöglich, in den Geschäften einkaufen zu gehen. Die Konjunkturabkühlung in China stimmt den Sportartikelhersteller Adidas vorsichtiger. Mehrfach musste der Konzern Gewinnwarnungen für das Jahr 2022 herausgeben, vor allem in China läuft es nicht wie erhofft. Setzte die Rorsted-Truppe 2021 noch 4,6 Milliarden Euro in dem Land um, dürfte es nun deutlich weniger werden. Für das Gesamtjahr rechnet der Nike-Konkurrent in der Volksrepublik mit einem Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich.

In Peking gibt es also genug Themen, zur Reise jedoch äußert sich Adidas nicht.

Geo Clima Design: Der Überraschungsgast

Und dann ist da noch Antje Vargas mit an Bord der Kanzlermaschine. Sie ist Chefin von Geo Clima Design, einem deutschen Hersteller von Kapillarrohrsystemen zum Heizen und Kühlen. Das Unternehmen aus Fürstenwalde in Brandenburg zählt zu den überraschenden Teilnehmern auf der Reiseliste des Bundeskanzlers. Zu der Reise und den bevorstehenden Verhandlungen in China will sich das Unternehmen nicht äußern.

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