Heizöl- und Dieselpreise steigen bereits Rhein-Niedrigwasser schränkt Schifffahrt ein

Frachtschiffe können auf dem Rhein wegen des Niedrigwassers derzeit nur mit reduzierter Ladung fahren. Das sorgt vor allem im Süden des Landes für steigende Dieselpreise, im Großhandel müssen bereits bis zu 20 Cent pro Liter mehr bezahlt werden als in Norddeutschland.
Fallende Pegelstände: Der Rhein bei Düsseldorf

Fallende Pegelstände: Der Rhein bei Düsseldorf

Foto: IMAGO/Jochen Tack

Die lange anhaltende Trockenheit hat am Rhein dazu geführt, dass die Pegelstände stark gesunken sind. Das hat nun zunehmend Folgen für die Schifffahrt. Große Mengen Diesel und Heizöl werden normalerweise insbesondere aus Rotterdam, Antwerpen und Amsterdam über den Rhein nach Deutschland importiert.

"Diese Importe sind aktuell stark limitiert. Normalerweise kann eine Rhein-Barge pro Schiff etwa 3.000 Tonnen laden, aktuell sind es wegen des Niedrigwassers nur etwa 1.000 Tonnen bis beispielsweise nach Duisburg", berichtet Hagen Reiners von der unabhängigen Berichterstattungsagentur Argus O.M.R. dem manager magazin.

Richtung Süden sind die Transportmengen demnach noch weiter reduziert. "In Kaub haben wir eine Art Flaschenhals, denn dort ist der Rhein am flachsten, hier kommen nur noch bis 750 Tonnen durch", so der Experte für den Kraftstoffmarkt in Deutschland, "aktuell ist das besonders für die Schweiz ein großes Problem, die ebenso per Schiff von Rotterdam bis nach Basel bedient wird."

So ein starkes Niedrigwasser gab es am Rhein zuletzt im Jahr 2018. "In Kaub steht der Pegel aktuell bei 70 Zentimetern, Vorhersagen rechnen mit einem weiteren Rückgang in den kommenden Tagen auf 60 Zentimeter", sagt Reiners. Doch nicht nur die sinkenden Frachtmengen sorgen für Probleme, weitere Faktoren führen zu steigenden Preisen, vor allem beim Heizöl und beim Diesel.

Viele Industrieunternehmen setzen derzeit lieber Öl statt Gas als Energieträger ein

"Die schwierige Versorgung über den Rhein verringert das Angebot, zugleich steigt die Nachfrage nach Diesel aus der Landwirtschaft. Ebenso nach Heizöl, da viele Industrieunternehmen derzeit lieber Heizöl als Energieträger einsetzen statt des enorm verteuerten Erdgases", so Reiners. Hinzu kommt, dass der Ausfall einer großen Raffinerie in Schwechat in Österreich für eine weitere Angebotsreduzierung sorgt – wahrscheinlich noch über mehrere Monate.

Das alles hat starke Auswirkungen auf den Preis. "Im Großhandel in Norddeutschland kostet Diesel ab der Raffinerie derzeit bis zu 20 Cent pro Liter weniger als in Süddeutschland, das ist enorm", sagt Reiners, der in diesem Zusammengang Ungewöhnliches beobachtet: "Diese Entwicklung führt sogar so weit, dass Mineralölhändler bereits eigene Tankwagen durch Deutschland schicken."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.