Sonntag, 21. April 2019

Honorare Ärzte kassieren im Schnitt 17 Prozent mehr

Deutlich mehr Honorar: Die Zuwächse zwischen einzelnen Facharztgruppen fallen aber recht unterschiedlich aus

Niedergelassene Ärzte in Deutschland haben in den vergangenen Jahren ihre Honorare auf breiter Front kräftig gesteigert. Vereinzelt betrug das Plus laut "Spiegel Online" gar 35 Prozent. Das dürfte die laufenden Honorarverhandlungen nicht gerade erleichtern.

hamburg/Berlin - Das Einkommen der niedergelassenen Ärzte in Deutschland ist nach jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zwischen 2007 und 2011 habe der Zuwachs im Schnitt 17 Prozent betragen, berichtete das Nachrichtenportal "Spiegel Online" unter Berufung auf eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes unter mehr als 4000 Arztpraxen.

Demnach kamen niedergelassene Mediziner im Jahr 2011 auf einen Reinertrag von durchschnittlich 13.833 Euro pro Monat, vier Jahre zuvor waren es erst 11.833 Euro gewesen.

Die größten Einkommenszuwächse konnten laut "Spiegel Online" Augenärzte und Neurologen erzielen. Ihre Reinerträge stiegen zwischen 2007 und 2011 um rund 35 Prozent. Neurologen kommen demnach nun auf 14.416 Euro pro Monat, Augenärzte auf 19.083 Euro. Spitzenreiter unter den Ärzten bleiben nach wie vor die Radiologen und Nuklearmediziner. Sie erzielten der Erhebung zufolge 2011 einen Reinertrag von 25.250 Euro im Monat.

Neurologen mit größtem Einkommenszuwachs

Vom Anstieg der Honorare hätten so gut wie alle Ärztegruppen profitiert, berichtet auch die "Süddeutsche Zeitung". Demnach konnten die Allgemeinmediziner ihren jährlichen Reinertrag um 30.000 Euro auf 181.000 Euro steigern. Orthopäden verdienten 2011 im Durchschnitt einen Reinertrag von 293.000 Euro, vier Jahre zuvor waren es noch 17.000 Euro weniger.

Als Reinertrag bezeichnen gelten die Einnahmen, die einem Arzt nach Abzug aller Kosten für die Arztpraxis übrigbleiben. Darauf hat der Mediziner noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Der Reinertrag entspricht also in etwa dem Bruttogehalt eines Arbeitnehmers.

Die Zuwächse beim Honorar beim verdanken die Ärzte großteils den Privatpatienten. Sie kletterten von 2007 auf 2011 um 32 Prozent, während der Anteil der Einnahmen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung leicht sank.

Die Nachrichten dürften aus Sicht der Mediziner eher zur Unzeit kommen. Denn sie fallen mitten in die Honorarverhandlungen der Ärzte mit den Krankenkassen. Die an diesem Mittwoch begonnene Verhandlungsrunde soll kommenden Montag fortgesetzt werden. Es geht diesmal um ein Honorar-Plus von 750 Millionen bis 1,4 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr hatten die niedergelassenen Ärzte 1,2 Milliarden Euro mehr aushandeln können.

rei/dpa

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