Montag, 25. Mai 2020

Kampf gegen Klimawandel Neue Energien liefern bereits 43 Prozent zum Stromverbrauch

Windräder in Brandenburg: Der Anteil neuer Energien am Strommix nimmt weiter zu.
Patrick Pleul / DPA
Windräder in Brandenburg: Der Anteil neuer Energien am Strommix nimmt weiter zu.

Deutschland steigert den Anteil neuer Energiequellen am Stromverbrauch weiter. Nach ersten Berechnungen des "Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg" betrug der Anteil 2019 bereits knapp 43 Prozent. Zum Vergleich: 2017 waren es noch rund 36 Prozent und 2018 rund 38 Prozent.

Zugleich will Deutschland für den Klimaschutz bis 2030 rund 30 Prozent Energie im Vergleich zum Jahr 2008 sparen. Das sieht die Energie-Effizienzstrategie der Regierung vor, die das Kabinett am Mittwoch beschloss. Für 2050 wird demnach eine Halbierung des Primärenergie-Verbrauchs angestrebt. Bislang ist der sogenannte Primär-Energieverbrauch um etwa 11 Prozent zurückgegangen.

Eigentlich war angestrebt worden, bis 2020 um 20 Prozent effizienter zu werden. Immerhin ist es Deutschland gelungen, den Energieverbrauch vom Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre abzukoppeln. "Auf diesem Weg wollen wir weitergehen", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier. "Mit ihr stellen wir dem Klimaschutzprogramm ein entscheidendes Element zur Seite."

Als Primärenergie gelten unter anderem Kohle, Öl oder Gas. Strom wiederum, der aus diesen Quellen erzeugt wird, gehört nicht dazu. Ein Großteil der Einsparungen soll der Umbau der Energiewirtschaft von Kohle auf erneuerbare Energien bringen. Bis 2030 sollen diese einen Anteil von 65 Prozent am Stromverbrauch haben. In diesem Jahr ist es laut "Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg" besagter Wert von 43 Prozent.

Einen weiteren erheblichen Beitrag soll die Wärmedämmung und Sanierung von Gebäuden bringen, den die Regierung im Zuge des Klimapakets auch steuerlicher stärker fördern will. Dazu kommt die Umstellung auf Elektro-Mobilität im Verkehr.

Gegenüber einem ersten Entwurf vom November ist die Effizienzstrategie noch einmal verschärft worden. Zunächst war nur eine Minderung von 28 Prozent vorgesehen. Umweltverbände hatten dies als deutlich zu niedrig für die Klimaziele bezeichnet. Die Deutsche Umwelthilfe hatte mindestens 38 Prozent gefordert, um im Einklang mit den Klimazielen des Vertrages von Paris zu stehen.

cr/rtr

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung