Energiekrise Faeser warnt vor Attacken auf Gas-Terminals

Wegen zunehmender Proteste gegen die Energiepolitik der Bundesregierung warnt Bundesinnenministerin Faeser vor möglichen Anschlägen auf Gas-Terminals. Die Bundespolizei werde in diesem Jahr mit 1000 neuen Stellen gestärkt.
Sieht Gas-Terminals in Gefahr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser warnt vor möglichen Anschlägen

Sieht Gas-Terminals in Gefahr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser warnt vor möglichen Anschlägen

Foto: Christian Charisius / dpa

Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und zunehmender Proteste in Deutschland gegen die Energiepolitik der Bundesregierung warnt Bundesinnenministerin Nancy Faeser (52, SPD) vor möglichen Anschlägen. "Wir müssen gegen mögliche Attacken auf Gas-Terminals und andere kritische Infrastruktur gerüstet sein", sagte Faeser der "Bild am Sonntag".

Vorstellbar seien "gezielte Attacken auf den Energiesektor oder der Versuch von Extremisten, legitimen Protest zu missbrauchen wie in der Corona-Krise", sagte die Innenministerin. Mit Aufständen rechne sie allerdings nicht. "Wir sind alarmiert durch den Versuch von Linksextremisten, Klimaproteste zu instrumentalisieren", sagte Faeser. "Auf der anderen Seite sehen wir natürlich auch weiter die Gefahr von rechts."

Bundespolizei bekommt 1000 neue Planstellen

Vor diesem Hintergrund kündigte Faeser an, dass es keinerlei Einsparungen bei der inneren Sicherheit geben werde. Die Bundespolizei werde vielmehr in diesem Jahr mit 1000 neuen Planstellen gestärkt.

Die russische Bedrohung bedeute auch eine Zeitenwende in der inneren Sicherheit, sagte die Ministerin weiter. "Wir müssen uns gegen massive Desinformationskampagnen und Cyberangriffe Russlands schützen." Dabei seien die deutschen Sicherheitskräfte derzeit ihrer Meinung nach erfolgreich: Seit Beginn des Ukraine-Krieges habe es noch keinen erfolgreichen größeren russischen Cyberangriff auf deutsche Systeme gegeben.

Andere Experten sehen Deutschland auf einen möglichen Cyber-Krieg zwischen Russland und dem Westen hingegen schlecht vorbereitet. Wegen unklarer Behördenzuständigkeiten und zu wenig Personal im IT-Bereich sei die Bundesrepublik in einigen Bereichen kaum handlungs- und einsatzfähig, sollte es gezielte Cyber-Angriffe geben.

mje/ AFP
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