Nachfrage steigt um 200 Prozent Verbraucher hamstern Mehl und Speiseöl

Das Statistische Bundesamt hat nun belegt, was viele Verbraucherinnen und Verbraucher bereits im Supermarkt zu spüren bekamen: Die Nachfrage nach Mehl und Speiseöl ist seit Beginn des Ukraine-Krieges rapide angestiegen.
Leere Regale: Schon wieder werden Lebensmittel gebunkert, diesmal Mehl und Öl

Leere Regale: Schon wieder werden Lebensmittel gebunkert, diesmal Mehl und Öl

Foto: Sven Hoppe / dpa

Die Nachfrage nach Speiseöl und Mehl in Deutschland ist nach Beginn des Ukraine-Krieges zeitweise stark gestiegen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes war der Absatz von Speiseöl im Lebensmitteleinzelhandel in der Woche vom 7. bis 13. März mehr als doppelt so hoch (plus 123 Prozent) wie im September 2021, wie die Wiesbadener Behörde am Freitag mitteilte. Bei Mehl wurde im selben Zeitraum sogar eine Verdreifachung der Nachfrage festgestellt (plus 206 Prozent). Russland und die Ukraine zählen zu den wichtigsten Getreideexporteuren der Welt. Die Ukraine ist zudem ein bedeutender Produzent von Speiseöl, insbesondere von Sonnenblumenöl.

"Der Anstieg lässt sich mit Beginn des Krieges in der Ukraine in Verbindung bringen, weil solche Sprünge bei den Verkaufszahlen im vergangenen Halbjahr ausgeblieben sind", teilte das Statistikamt mit. Viele Einzelhändler haben bereits die Abgabe von Speiseöl und anderer Produkte rationiert.

In der Folgewoche vom 14. bis zum 20. März sanken die Verkaufszahlen für Mehl (minus 19 Prozent) und Speiseöl (minus 22 Prozent) den Angaben zufolge gegenüber der Vorwoche. "Ob dieser Rückgang mit einer gesunkenen Nachfrage in der Bevölkerung zu erklären ist, oder ob die Händler des Lebensmitteleinzelhandels die Regale nicht mehr befüllen konnten, lässt sich aus den Daten nicht ablesen", hieß es.

Özdemir: "Wir haben die Versorgung sichergestellt"

Als es zu Beginn der Corona Pandemie 2020 zu einer ähnlich erhöhten Nachfrage von Produkten wie Toilettenpapier, Desinfektionsmittel und Seife kam, dauerten die Schwankungen der Absatzmengen für die meisten "Krisengüter" etwa zehn Wochen.

Im Vergleich zu der Zeit vor dem Ukraine-Krieg war der Absatz von Mehl und Speiseöl in der Woche vom 14. bis zum 20. März aber immer noch deutlich erhöht. So setzten Lebensmitteleinzelhändler knapp zweieinhalb Mal so viel Mehl (plus 148 Prozent) und knapp drei Viertel mehr Speiseöl (plus 73 Prozent) ab als im September 2021.

Bundesernährungsminister Cem Özdemir (56) und der Handel hatten zuletzt an die Bürger appelliert, keine unnötigen Vorräte anzulegen. "Bitte keine Hamsterkäufe, dafür besteht kein Anlass. Wir haben die Versorgung sichergestellt", sagte der Grünen-Politiker in der Sendung "RTL Direkt" vergangene Woche. Trotz des russischen Ausfuhrstopps für Getreide werde es mittelfristig kein Problem mit der Versorgung in Deutschland geben, sagte der Vizepräsident des Handelsverband Deutschland (HDE), Björn Fromm, im ZDF.

mg/dpa-afx, Reuters