Verdächtiger in Berlin Wer steuerte den Lkw in den Weihnachtsmarkt?

Wer und was steckt hinter der Berliner Todesfahrt? Der Lkw kommt aus Polen, ein Insasse ist tot. Ein Verdächtiger ist gefasst, über seine Identität gibt es Gerüchte, aber keine gesicherten Informationen.
Dieser Scania-Lkw wurde laut Polizei vorsätzlich in die Menschenmenge am Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gelenkt.

Dieser Scania-Lkw wurde laut Polizei vorsätzlich in die Menschenmenge am Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gelenkt.

Foto: DPA

Mindestens zwölf Menschen sind tot, Dutzende weitere verletzt - das ist die vorläufige Bilanz, nachdem am Montagabend ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gerast ist. Die Ermittler der Polizei gehen davon aus, dass der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge gelenkt worden ist.

Was ist bisher über den Lastwagen bekannt?

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Attacke auf Weihnachtsmarkt: "Ein schlimmer Abend für Berlin"

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Bei dem Tat- oder Unfallfahrzeug handelt es sich um einen langen, schweren Sattelschlepper der Marke Scania mit Zugmaschine und Auflieger. Der schwarze Laster hat ein polnisches Kennzeichen, er gehört nach bisherigen Erkenntnissen einer Spedition in Gryfino südlich von Stettin, nahe der deutschen Grenze. Inhaber Ariel Z. will den Lastwagen seiner Firma auf Bildern wiedererkannt haben, er findet sich dem Kennzeichen nach auch in Postings auf der Facebook-Seite des Unternehmens.

Wer hat den Lkw gefahren?

Das ist bisher nicht endgültig geklärt. Zwar wird in verschiedenen Medien über die Herkunft vor allem eines festgenommenen Verdächtigen spekuliert. Die angeblichen Erkenntnisse aus Sicherheitskreisen unterscheiden sich aber, auch wurden sie im Laufe des Abends zum Teil korrigiert.

Nach Polizeiangaben saßen zum Zeitpunkt des Vorfalls zwei Männer in der Fahrerkabine. Der Beifahrer ist demnach noch am Tatort gestorben. In der Nacht zu Dienstag teilte die Berliner Polizei via Twitter mit, der Mann sei polnischer Staatsbürger. "Der im Lkw tot aufgefundene Mann steuerte nach bisherigen Erkenntnissen nicht den Lkw, als der in die Menschenmenge am Breitscheidplatz fuhr."

Zur Identität des Lkw-Fahrers gibt es noch keine Angaben. Dieser sei zunächst geflüchtet, heißt es. Kurz nach den Ereignissen konnte jedoch in der Nähe am Großen Stern, etwa zwei Kilometer vom Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz entfernt, ein Verdächtiger festgenommen werden, bei dem es sich um den Fahrer handeln soll.

Speditions-Chef Z. erklärte am Abend in polnischen Medien, der Lkw habe 25 Tonnen Stahlgestelle aus Italien transportiert, die in Berlin entladen werden sollten. Die Polizei bestätigte, dass sich Stahlträger auf dem Auflieger befunden haben.

Gefahren habe den Laster ursprünglich sein Cousin, sagte Z. Zu diesem sei aber der Kontakt im Laufe des Montags abgebrochen. Er betonte, er lege seine Hand dafür ins Feuer, dass sein Cousin kein Attentäter sei. Dieser soll schon seit 15 Jahren für ihn gearbeitet haben. "Es kann einfach nicht mein Fahrer gewesen sein", sagte Z. dem polnischen Sender TVN24. "Ihm muss etwas angetan worden sein", mutmaßte er. "Ich stehe so unter Schock."

Zuletzt habe sich der Fahrer am Nachmittag gegen 16 Uhr telefonisch gemeldet. Dabei habe dieser ihm mitgeteilt, das Ausladen der Stahlteile sei auf Dienstagmorgen verschoben worden. Er habe dann das Fahrzeug in der Nähe des Eingangs zu der Firma geparkt. Wo sich diese befindet, dazu machte Z. keine genauen Angaben. Nur so viel: Sein Cousin habe berichtet, der Stadtteil sei "voller Muslime", die einzigen Deutschen seien jene im Büro. Er gehe jetzt einen Döner essen.

Z. spekulierte, sein Fahrer könne samt Lkw entführt worden sein. Sein Cousin könnte demnach der Tote sein, der in der Fahrerkabine gefunden wurde.

Ein leitender Speditionsmitarbeiter, Lukasz Wasik, sagte dem Internetportal "Money.pl", laut GPS-Daten des Lasters habe jemand das Fahrzeug am Montag drei Mal gestartet - obwohl es eigentlich bis zu seiner Entladung am Dienstag stehen bleiben sollte. "Es ist, als hätte jemand geübt, ihn zu fahren", sagte Wasik. Um 19.34 Uhr sei der Lkw schließlich los gefahren.

Die Berliner Polizei meldete kurz nach Mitternacht, dass sie auch der Möglichkeit nachgehe, der Lkw könnte gestohlen worden sein.

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