Montag, 17. Juni 2019

30 deutsche Großstädte im Vergleich  München hat rosige Aussichten - Leipzig auch

Porsche-Produktion in Leipzig: Sprung nach vorn

München hat unter den 30 größten deutschen Städten einer Studie zufolge die besten Zukunftsaussichten. In der Rangliste, die das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und die Privatbank Berenberg am Donnerstag in Frankfurt vorstellten, liegt die bayerische Landeshauptstadt erstmals auf Rang eins. Dahinter folgen Berlin und Leipzig. Der dreimalige Spitzenreiter Frankfurt muss sich mit Platz vier begnügen. Schlusslicht ist zum vierten Mal in Folge Chemnitz.

Für das Ranking analysierten die Forscher die

  • Produktivitätsentwicklung,
  • Standortfaktoren wie Bildung,
  • Innovationsfähigkeit,
  • Erreichbarkeit und
  • Internationalität sowie die
  • demografische Entwicklung analysiert.

Die bayerische Landeshauptstadt punktete mit guten Standortfaktoren sowie mit Job- und Bevölkerungswachstum. München habe weite Teile des Strukturwandels bereits vollzogen "und gehört zu den herausragenden Wissensmetropolen", sagte HWWI-Direktor Henning Vöpel. Bereits jeder zweite Beschäftigte (48,9 Prozent) arbeite in einem wissensintensiven Wirtschaftszweig.

Berlin setzte der Studie zufolge die Aufholjagd der vergangenen Jahre fort. Positiv entwickelten sich vor allem Erwerbstätigkeit und Bevölkerungszahl. "Der Wachstumsmotor Berlin läuft rund", sagte Vöpel.

Den größten Sprung nach vorne machte Leipzig. Nach Platz 25 in 2008 und Platz 12 im Jahr 2013 belegt die ostdeutsche Metropole nun also Rang 3. Damit ist sie dynamischer als Städte wie Hamburg, Stuttgart oder Düsseldorf. "Seinen rasanten Aufstieg hat Leipzig hohem Bevölkerungswachstum, dem Anstieg der Produktivität pro Kopf sowie einem erfreulichen Zuwachs bei der Erwerbstätigkeit zu verdanken", sagt Studienautorin Dörte Nitt-Drießelmann.

Dass sich Leipzig einmal zum dynamischsten Standort Deutschlands entwickelt, hätte noch vor einem Jahrzehnt keiner für möglich gehalten. Nach der Wende wurde in der Region in großem Stil der Braunkohletagebau dichtgemacht, die Arbeitslosigkeit lag bei über 20 Prozent. Leipzig litt unter dem Strukturwandel wie kaum eine andere Stadt.

Die Autoindustrie hat die Stadt reindustrialisiert: Die Autobauer BMW und Porsche siedelten sich an, es folgten Zulieferer. So entstanden über die Jahre mehr als 10.000 neue Arbeitsplätze.

Neues Wachstum soll jetzt die Bio-Tech-Branche bringen. In den vergangenen Jahren gingen aus der Stadt mehrere Startups hervor, die Umsätze in Millionenhöhe erwirtschaften und Arbeitsplätze schaffen. Die jungen Firmen füllen Nischen aus, die von großen Pharmakonzernen nicht bedient werden.

Leipzig ist demnach gelungen, Wirtschaft und Wissenschaft miteinander zu verbinden. Andere vom Strukturwandel gebeutelte Städte wie Chemnitz (Platz 30), Wuppertal (27) oder Duisburg (26) können davon nur träumen. Den gesamten Report über den Wirtschaftsstandort Leipzig lesen Sie in der neuen Ausgabe des manager magazins (Erscheinungstermin: 23. Oktober).

mit dpa-afx

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