Corona-Hotspots Lehrerverband fordert halbierte Klassen

Ein Wechselbetrieb mit halbierten Klassen - dies müsste nach Einschätzung des Lehrerverbandes in Städten mit hohen Neuinfektionen die Regel sein. Inzwischen ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf 6868 gestiegen.
Unterricht mit halbierter Klasse: "Es gibt kaum eine Kommune, die entsprechend handelt"

Unterricht mit halbierter Klasse: "Es gibt kaum eine Kommune, die entsprechend handelt"

Foto: Marijan Murat / picture alliance / dpa

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger (66), hat Ländern und Kommunen einen widersprüchlichen Umgang mit den Corona-Regeln für Schulen vorgeworfen. Der Regelbetrieb laufe vielerorts weiter, obwohl in Städten und Regionen immer häufiger der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten werde, sagte Meidinger der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben." Er kenne aber kaum eine Kommune, die entsprechend handele.

"Es sorgt uns, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen komplett ignoriert werden, um Schulen auf Teufel komm raus offenzuhalten. Ende vergangener Woche hatte die Kultusministerkonferenz trotz deutlich steigender Corona-Infektionszahlen noch mal bekräftigt, dass Schulen und Kitas möglichst lange offen bleiben sollen. Bei höheren Infektionszahlen könne es sinnvoll sein, die Maskenpflicht auch im Unterricht anzuordnen, hieß es.

6868 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Unterdessen haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

la/dpa
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