Ernteausfälle Lebensmittel treiben Teuerung auf Jahreshoch

Der lange Winter, das Hochwasser sowie aktuell Hitze und Trockenheit sorgen für Ernteausfälle. Steigende Lebensmittelpreise treiben die Inflation auf ein Jahreshoch. Doch Besserung ist in Sicht.
Gemüse: Landwirte beklagen wetterbedingte Ernteausfälle

Gemüse: Landwirte beklagen wetterbedingte Ernteausfälle

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa

Berlin - Teurere Lebensmittel haben die Inflationsrate im Juli überraschend auf ein Jahreshoch getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen um 1,9 Prozent zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 1,7 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni ein Plus von 1,8 Prozent gegeben hatte.

Damit blieb die Teuerungsrate knapp unter der 2-Prozent-Marke, bis zu der die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen spricht. "Der Preisanstieg bei den Nahrungsmitteln liegt mit voraussichtlich 5,7 Prozent deutlich über der Gesamtteuerung", erklärten die Statistiker den Aufwärtstrend.

Ein Grund dafür dürften die Wetterkapriolen sein: Der lange Winter, dann die Überschwemmungen sowie zuletzt Hitze und Trockenheit verhinderten dem Bauernverband zufolge eine gute Ernte. Deshalb kosteten vor allem saisonales Obst und Gemüse deutlich mehr. Energie verteuerte sich mit 2,9 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich.

Kaufkraft steigt, Teuerung dürfte nachlassen

Ökonomen halten die höhere Inflationsrate allerdings nicht für besorgniserregend. "Da die Löhne um etwa 3 Prozent zulegen und die Inflation um weniger als 2 Prozent steigt, erhöht sich die Kaufkraft der Deutschen", sagte Berenberg-Bank-Ökonom Christian Schulz. Das ist ein Grund dafür, weshalb die Kauflaune der Deutschen derzeit so gut ist wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr.

Zudem rechnen viele Experten mit einer nachlassenden Teuerung. "Im Herbst dürfte die Inflationsrate nur noch knapp über 1 Prozent liegen", sagte UniCredit-Ökonom Alexander Koch. "Wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung sind viele Rohstoffe billiger geworden, weshalb die Einkaufspreise der Unternehmen bereits gesunken sind." Für 2013 insgesamt erwartet Koch eine durchschnittliche Teuerung von rund 1,5 Prozent.

ts/rtr
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