Umfrage Deutsche sparen seit Kriegsbeginn mehr Energie

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind die Preise für Sprit oder Gas enorm gestiegen. Eine Umfrage zeigt, welche Auswirkungen auf den Energieverbrauch der Menschen das bereits hat.
Runterdrehen und sparen: Fast jeder fünfte Verbraucher spart seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar mehr Energie als vorher, lautet ein Ergebnis einer Umfrage

Runterdrehen und sparen: Fast jeder fünfte Verbraucher spart seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar mehr Energie als vorher, lautet ein Ergebnis einer Umfrage

Foto: Fernando Gutierrez-Juarez / dpa

Nach dem Willen der Bundesregierung soll sich Deutschland so schnell wie möglich von russischem Gas und Öl unabhängig machen. Verbraucher in Deutschland haben auf ihre Weise damit bereits begonnen: Jeder Zehnte hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs damit anfangen, seinen Energieverbrauch zu reduzieren. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zwischen dem 1. und 4. April unter mehr als 2000 Menschen in Deutschland. Sogar fast jeder Fünfte (19 Prozent) spart demnach seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar mehr Energie als vorher. Lediglich 12 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen schränken nach eigenen Angaben ihren Energieverbrauch weiterhin nicht ein, zumindest nicht bewusst.

Seit Monaten treiben die Energiepreise die Inflation. Die Bundesregierung bereitet sich wegen des Kriegs in der Ukraine und anhaltender russischer Drohungen auf eine erhebliche Verschlechterung vor allem der Gasversorgung in Deutschland vor. Ende März hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) Verbraucher und Unternehmen daher aufgerufen, Energie zu sparen - die Versorgungssicherheit sei aber weiterhin gewährleistet.

Entscheidendes Motiv: Geld sparen

Drei Viertel der Befragten (76 Prozent) gaben Anfang April an, ihren Energieverbrauch vor allem zu reduzieren, um selbst Geld zu sparen. 24 Prozent verbrauchen nach eigenen Angaben weniger, um sich darauf vorzubereiten, dass Deutschland künftig möglicherweise gar kein Gas oder Öl mehr aus Russland bekommen könnte. 12 Prozent verstehen ihre Sparmaßnahmen als persönlichen politischen Protest gegen Russland. Bei der Frage nach Gründen konnten die Teilnehmer mehrere Antwortmöglichkeiten ankreuzen.

Einsparungen machen besonders viele Befragte beim Heizen und beim Verbrauch von Warmwasser und Strom (jeweils 68 Prozent). Darüber hinaus wirken sich die selbst auferlegten Sparmaßnahmen auch auf das Mobilitätsverhalten der Menschen aus. 12 Prozent gaben an, gar kein Auto mehr zu fahren. 44 Prozent fahren weniger Auto und ein Drittel (33 Prozent) fährt langsamer. Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich.

Schon seit Längerem fordern mehrere Parteien und Umweltverbände ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen, damit durch langsameres Fahren weniger Sprit verbraucht werde.

Auf die Frage nach den größten Hürden beim Sparen von Energie gab etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten an, es vor allem als persönlich unkomfortabel zu empfinden - etwa weil sie bei heruntergedrehter Heizung frieren oder eigentlich lieber mit dem Auto als mit der Bahn gefahren wären.

rei/DPA
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